Der Aufbau des Videoarchivs wurde unterstützt vom

Kontakt

Videonale e.V. Tel. +49 (0)228 77 62 21
im Kunstmuseum Bonn Tel. +49 (0)228 69 28 18
Friedrich-Ebert-Allee 2 Fax +49 (0)228 90 85 817
53113 Bonn  
 

Johanna Domke [Videonale.10] x

You'll miss what's gonna stay, 2004, 7:15 min, Ton, Farbe, [Videonale.10]

In ihren Videoarbeiten untersucht Johanna Domke das Phänomen der Zeitwahrnehmung im bewegten Bild und beschreibt die Diskrepanz zwischen echter und erlebter Zeit, die in einem unauflösbaren Widerspruch zueinander stehen. You'll miss what's gonna stay zeigt eine triviale Szene, in der sich junge Leute lachend und scherzend die Zeit vertreiben. Sie scheinen sich gerade erst versammelt zu haben; das eigentliche Ereignis und der Grund ihres Treffens bleibt indes unklar. Dem Betrachter wird von Anfang an eine linear verlaufende Narration suggeriert, die ihn in eine Erwartungshaltung versetzt. Nach kurzer Zeit wird jedoch klar, dass es sich um eine Situation handelt, die keine grundlegenden Veränderungen zulässt. Die porträtierten Menschen bewegen sich in individuell gesteckten Zeitrahmen, die sich asynchron zueinander verhalten. Ihre Handlungen reproduzieren sich in gegeneinander verschobenen Endlosschleifen fort, so dass sich für den Betrachter immer neue Bildfolgen und Zusammenhänge ergeben. So wird einerseits ein linearer Zeitablauf deutlich, doch andererseits stagniert das stetig sich wandelnde Bild, indem es in einer unaufhörlichen Bewegung verharrt. Während die Echtzeit kontinuierlich fortschreitet, tickt die individuell erlebte Zeit in einem anderen Rhythmus und mit wechselnder Frequenz.

Daniel Stursberg

 

Ditte Ejlerskov [Videonale.10] x

The Game of Art, 2003, 2:10 min., Ton, Farbe [Videonale.10]

„Dies ist das Spiel der Kunst. Genau hier und jetzt und vor diesem Monitor findet es statt, und Sie sind der Spieler. Ich hoffe, Ihnen sind die Regeln bekannt, denn es gibt niemanden, der Ihnen helfen wird. Sie wollen das nächste Level erreichen? Das wollen wir alle!“ In gewissem Sinne ist Ejlerskov nicht dabei The Game of Art zu beginnen, sondern hat es bereits beendet: Sie hat das nächste Level erreicht, die nächste Ausstellung, die nächste erfolgreiche Teilnahme an einem Wettbewerb. Auf witzige Weise adaptiert die Künstlerin Struktur und Stil des Computerspiels und nutzt sie für einen ironischen Kommentar zum Kunstbetrieb. Ejlerskov kehrt die immer perfekter werdende digitale Imitation realer Räume, Oberflächen und Bewegungen um und kopiert nun ihrerseits die virtuelle Welt. So wie sie selbst den Avatar verkörpert, ist auch ihr Spielfeld nicht virtuell, sondern real: Es ist ihr Atelier und der Weg dorthin, auf dem es Farbe, Künstleroutfit und Mut einzusammeln gilt. Die Regeln des Spiels und die Kriterien für den Punktgewinn bleiben bis zuletzt so undurchsichtig wie angekündigt. So lässt The Game of Art humorvoll die nicht immer einsichtigen Mechanismen des Kunstbetriebes und der Zuteilung künstlerischer Meriten zum Inhalt der eigenen Arbeit werden, und ... die Künstlerin gewinnt.

Dorothée Brill

 

Jana Eske [Videonale.10] x

Fracht, 2003, 0:40 Min, ohne Ton, Farbe [Videonale.10]

Das unbewegte Monitorbild zeigt den Ausschnitt einer weißen, gleichmäßig gerasterten Fläche, deren Quadrate sich nach hinten verjüngen. Von links tritt eine Ameise rückwärts in das Bild, eine tote Hummel hinter sich herziehend. Ohne einen Moment des Verweilens durchquert das Insekt mit seiner überdimensionalen Fracht den Bildausschnitt, um ihn auf der rechten Seite sogleich wieder zu verlassen. Das Bild hellt sich kurz zu einem lichten Weiß auf, bevor der Vorgang von Neuem beginnt.
Das Verhältnis von Körper und Raum ist ein wiederkehrendes Thema in den Videoarbeiten von Jana Eske. Dabei beschränkt sie sich in ihren Bildern meist auf einen kleinen, jedem Kontext enthobenen Raumausschnitt, um ihre Beobachtungen anhand von Inszenierungen oder Momentaufnahmen vorzuführen. Ihr besonderes Interesse gilt dabei dem Menschen und den ihn als solchen auszeichnenden Eigenarten. So gesehen ist es nur folgerichtig, hier von einem „Auftritt“ der Ameise zu sprechen: Lässt die Darbietung zunächst noch Bewunderung für die fast übernatürlich erscheinende Kraft des kleinen Arbeitstieres aufkommen, so erhält sein Tun durch die unendliche Wiederholung im Loop bald den grotesken Charakter eines unermüdlichen, aber letztlich sinnentleerten, ziellosen Schaffens.

Simone Jung

 

Jacqueline Forzelius [Videonale.10] x

This is good for you, 2005, 2:30 Min., Farbe, Ton [Videonale.10]

Jacqueline Forzelius lädt zum Essen. Mit der Kameraeinstellung platziert die Künstlerin den Zuschauer an einen kargen Holztisch. Gegenüber sitzt eine junge, androgyn wirkende Frau. Nichts deutet darauf hin, dass eine zweite Person erwartet wird. Was der Bildausschnitt bereits nahe legt, wird durch die Worte der „Gastgeberin“ unterstützt - der geladene Gast befindet sich bereits am Tisch. Die dialogisch anmutenden Kommentare entpuppen sich als Monolog, in dem die junge Frau sich über das Verhalten ihres für den Beobachter unsichtbaren Gastes beschwert. Dabei lassen die Manieren der vermeintlichen Gastgeberin selbst zu wünschen übrig: Sie trinkt, verschüttet, verrührt Joghurt auf dem Tisch, lässt ihn aus ihrem Mund laufen und verschmiert ihn mit den Fingern. Die anfängliche Neugierde des Betrachters weicht einer Faszination, die durch die Perspektive und die direkte Ansprache auch ein Unbehagen impliziert: „Bin ich gemeint?“ Die Künstlerin bewegt sich auf der visuellen, akustischen und emotionalen Ebene, die das menschliche Kommunikationssystem ausmachen. Sie zeigt die Grenzen dieses Systems auf, wenn sich Erzählstränge auf diesen Ebenen gegensätzlich zueinander verhalten.

Nadia Ismail

 

Daniel Frerix & David Sarno [Videonale.10] x

Rasieren, 2004, 5:41 min., Ton, Farbe [Videonale.10]

Begleitet von den schimpfenden Worten einer Frauenstimme aus dem „Off“, betritt ein junger Mann ein Badezimmer, schaltet das Radio ein und beginnt sich unbeeindruckt zu rasieren. Während er sich summend in einem dreiteiligen Spiegel betrachtet, nimmt auch die Kamera diese Perspektive ein, die sonst nur ein Auge für Detailaufnahmen des Waschbeckens und das Säubern der Klinge unter dem Wasserstrahl hat. Als bald die Anschuldigungen der Dame entgleisen und von alltäglichen Haushaltsfragen zu grundsätzlichen Beziehungsfragen übergehen, die seine Aufmerksamkeit, seine Liebe und ihre Stellung in seinem Leben in Zweifel ziehen, fällt der erste rote Tropfen in das weiße Waschbecken. Sekunden später ist das ganze Badezimmer in Rot getaucht; in Strömen fließt das Blut über Wände und Boden. Der junge Mann rasiert sich indessen völlig unbeteiligt weiter - ohne die geringsten Anzeichen von Schmerzen oder Erschrecken - als wäre das Blutbad nur ein gewohnter Teil dieser alltäglichen Prozedur. Unter Zuhilfenahme verschiedener Ton- und Bildebenen beschreiben Frerix & Sarno in Rasieren eine scheinbar reale Problemsituation, die in einem unbemerkten Horror endet.

Kathrin Ann Bender

 

Barbara Hlali [Videonale.10, unter dem früheren Namen Barbara Schmidt] x

My faith, 2005, 4:54 min, Ton, Schwarz-Weiß [Videonale.10]

My faith ist eine poetische Hommage an die Durchsetzungskraft von Versöhnung und Harmonie. In dem Animationsfilm aus Handzeichnungen erzählt die Künstlerin phantasievoll die archetypische Geschichte von Beziehung, Trennung und Liebe. Die Schilderung von Schmerz und Wiedervereinigung eines Paares tritt mit der Visualisierung emotionaler Zustände in einen dichten und sich gegenseitig bildnerisch beeinflussenden Dialog. Äußeres Geschehen und inneres Empfinden verweben sich visuell. Diese unterschiedlichen narrativen Ebenen werden durch zwei sich überlagernde Formen medialer Repräsentation ergänzt: Immer wieder greifen die gefilmten Hände der Künstlerin als verborgene Draht-zieherin in die Animation und somit in das Geschehen ein; sie kitten Risse und lassen die Protagonisten Abgründe überwinden. So wird der Titel My faith auch als ein Credo an die künstlerische Schöpfungskraft und die in der Kunst mögliche Verwirklichung einer idealen Welt lesbar. In einer freien Interpretation der Kugelmensch-Idee, wie sie Platon im Gastmahl dem jungen Aristophanes in den Mund legt, stellt Schmidt die beiden auseinander gerissenen Protagonisten als verstümmelte Wesen dar, die einander zur Vollständigkeit benötigen.

Dorothée Brill

 

Nick Jordan [Videonale.10] x

Fury, 2003, 5:00 min, Ton, Farbe [Videonale.10]

Ansichten einer französischen Dorfkulisse bilden den Auftakt und leiten über zu einem Innenraum mit einer am geöffneten Fenster sitzenden Frau. Dieser klassisch komponierte "Blick aus dem Fenster" wechselt mit Nahaufnahmen von Fliegen, die sich zwischen Küchenutensilien auf dem Tisch tummeln. Ihre restlichen Artgenossen kleben bereits tot am Fliegenfänger. Aus nächster Nähe zeigt die Kamera den Überlebenskampf der letzten zuckenden Fliegen, deren übergroße Abbildung sowohl Ekel als auch eine Anziehung erzeugt. Beides Effekte der ruhigen, kontemplativen Bilder. Die Close-ups verraten auch mehr über den scheinbar unpassenden Titel: Fury ist schlichtweg die Marke der Insektenfalle. Alltägliches ist Ausgangspunkt und Inhalt der Arbeit. Effekt der formalen Umsetzung ist die Ästhetisierung des Alltagsszenarios sowie des Abstoßenden, Morbiden. Fliegenleichen und die schlafende Frau wecken Assoziationen an Tod, die sich durch ikonografische Versatzstücke wie dem Früchtekorb als Stillleben und Vanitasmotiv weiterspinnen lassen. Zu den kinematografischen Bezügen zählt die visuelle "Zerlegung" des Bewegungsbildes in eine Folge von Einzelbildern: "Die Unbewegtheit des Kinos in 24 Bildern pro Sekunde", so der Künstler in Anlehnung an Godards Ausspruch: "Kino ist Wahrheit, 24 mal pro Sekunde".

Stefanie Zobel

 

Dirk Königsfeld [Videonale.10] x

02°56'50''W 53°25'04''N, 2004, 11:00 Min, Farbe, Ton [Videonale.10]

Während der Abenddämmerung, aus dem 22. Stock eines Hauses gefilmt, bietet sich der Blick auf die Stadt Liverpool, wie man den Längen- und Breitengraden im Titel entnehmen kann. Die Symmetrie des gewählten Ausschnitts ästhetisiert die aufgenommene Szenerie. Vereinzelte Fahrzeuge, die langsam auf der geraden Straße vorbeiziehen, beleben das statische Stadtbild. Der Straßenzug teilt den aufgenommenen Bezirk in zwei gleich große Hälften, was die Gleichförmigkeit der Stadt unterstützt. Am weiten Horizont schweben vereinzelte Wolken. Durch eine zunächst kaum wahrnehmbare Überblendung weicht das Stadtbild langsam der immer deutlicher hervortretenden Aufnahme eines Aquariums in der Lobby desselben Hauses. Die ebenfalls aus der Vogelperspektive gefilmten Fische erscheinen zuerst schemenhaft und verschmelzen dann mit den Wolken am Horizont der Stadt, um sich zu einem eigenen, stimmungsvollen Bild zu entwickeln. Radiomusik aus der Lobby, Vogelgezwitscher und vereinzeltes Sirenengeheul verbinden die beiden Perspektiven derselben Örtlichkeit und unterstützen die ruhigen, kontemplativen Bilder auf stringente Weise inhaltlich wie visuell. Natur und Stadt begegnen uns hier in gemäßigter Form. 

Nadia Ismail

 

Mischa Kuball [Videonale.10] x

Stage II, 2004, 18:00 min, Farbe, Ton [Videonale.10]

Lichtkegel tanzen, augenscheinlich einem Rhythmus folgend, an einem Bühnenhimmel. Die diversen Scheinwerfer an den Traversen schweifen ins Publikum und tauchen die Bühnenrückwand in ein atmosphärisches Farbspiel. Der schmale horizontale Bildaus-schnitt von Stage II zeigt nur die Decke einer bespielten Konzertbühne. Das eigentliche Ereignis wird ausgeblendet wie auch der Ton. Der Betrachter ist irritiert, ihm werden wichtige Informationen vorenthalten. Allmählich beginnt man die Lichtsignale zu beobachten, sich auf den "Bühnenbildrand" zu konzentrieren: Völlig entkoppelt vom eigentlichen Bühnengeschehen schaut man dem Lichtballett zu. Das stille Bild erzeugt auf einer weiteren Ebene eine räumliche Distanz zwischen Ereignis und Betrachter, die durch die schwarzen Sichtblenden noch unterstützt wird. Die Arbeit Stage II verführt mit ihrer Lautlosigkeit. Der Betrachter wird vom Blick auf das ferne Lichtspiel zum längeren Hinschauen verleitet und in eine kontemplative Stimmung versetzt. Stage II hat eine hypnotisierende, entrückende Wirkung, seine gezeigte Beiläufigkeit eine große Kraft.

Katja Heckes

 

Nina Maria Küchler [Videonale.10] x

Interview with Tony Smith, 2004, 6:00 Min, Farbe, Ton [Videonale.10]

Einen Monolog rezitierend steht ein etwa 25-jähriger Mann in einer Landschaft. Die Gräser im Vordergrund sowie die Geräusche lassen auf den Rand einer Schnellstraße schließen. Der Mann – mit Parka bekleidet und dunklem, strähnigem Haar – spricht konzentriert, während seine Mimik und Gestik fahrig und wirr wirken. Durch die Autogeräusche gestört, gerät er mehrfach ins Stocken. Der Betrachter muss sich mit der Vortragssituation erst vertraut machen, die das Vorgetragene auf ungewöhnliche Weise kommentiert. Der Mann spricht einen Text aus einem Interview, das Samuel Wagstaff mit dem Architekten und Bildhauer Tony Smith 1966 für das Art Magazine führte. Der Künstler beschreibt darin eine nächtliche Fahrt auf einer unfertigen Autobahn. In dieser künstlichen Industrielandschaft erlebte er eine ihm bisher unbekannte Wirklichkeit, die ihm so in der Kunst noch nicht begegnet war und die seine Ansicht über Kunst komplett in Frage stellte. Die Beschreibung der Autofahrt und die Irritation, die diese bei dem Künstler hervorrief, sowie der schwierige Versuch, seine Gefühle in Wort zu fassen, setzt die Videoarbeit auditiv und visuell sehr eindrucksvoll um. Am Ende verlieren sich die Erläuterungen zur Kunst in unvollständigen Gedankengängen: der Rezitator wendet sich entrückt ab und das Video endet abrupt.

Katja Heckes

 

Jen Liu [Videonale.10] x

2304 is a Beer Drinking Year, 2004, 5:50 Min, Farbe, Ton [Videonale.10]

2304 Is a Beer Drinking Year spielt gewandt mit dem Genre des Musikvideos und mischt verschiedene mediale Ebenen. Digitale Animationen werden mit Filmausschnitten monumentaler Leinwandepen kombiniert, die der heroischen Darstellung von Kriegszenen gewidmet sind. Im Zusammenspiel bildet sich ein gleichermaßen humorvoller wie sarkastischer Kommentar zur Verbindung zwischen ökonomischem Interesse und martialischer Aktivität. „Vergiss nicht, dass von der Steuer für zehn Biere eine Kugel bezahlt wird“, ist der Slogan, unter welchem Kriegszug und Werbekampagne synonym werden. In Manier eines Musikclips sind die Bilder von 2304 Is a Beer Drinking Year als Illustration und Kommentar zu Musik und Text zu lesen. „Zehntausend Biere machen eine Bombe! Los! Sag 1665 - um was geht es“ Sag 803 v. Chr. - Kugeln, ein Glas, ein Schrei! Gitarren und Bier, um was geht es? Schieß, schieß, schieß! Um was geht es?“, so lauten einige der Zeilen. Musik, Text und Bilder imaginieren einen Krieg, in dem Ursache und Wirkung verschwimmen. Handelt es sich um einen kriegerischen Kreuzzug zur Propagierung von Biergenuss und Gitarrenrock, oder erleben wir die Vision eines vom Bierkonsum finanzierten Krieges? Die Grenzen zwischen Werbekampagne und Feldzug sind genauso fließend, wie jene zwischen Ernst und Unterhaltung.

Dorothée Brill

 

Nadja Verena Marcin [Videonale.10] x

Sissi, 2005, 0:30 min, Ton, Farbe [Videonale.10]

In der Mitte des Videobildes ist eine junge, dunkelhaarige Frau zu sehen, die auf einer schmalen Stange sitzt. Die Protagonistin ist barfuß und mit einem gelben Top und hellbeigen Rock bekleidet. Wo sie sich befindet, bleibt ebenso unklar wie die Frage, von woher die Stange kommt und wohin sie fährt. Die Frau wirkt seltsam isoliert vor dem dunklen Hintergrund, der sich an ihren Körper schmiegt und sie klaustrophobisch umfängt. Ein Gefühl der Enge schleicht sich ein. Das Schwarz bedrängt die Frau in ihrer exponierten Stellung und steht im Gegensatz zu den warmen Farbtönen ihrer Kleidung. Der leere, unzufrieden wirkende Gesichtsausdruck der Frau verstärkt den Eindruck von Isolation und Einsamkeit. Unvermittelt öffnet die Frau ihren Mund, doch anders als erwartet, ertönt anstelle einer menschlichen Stimme nur ein kurzes, melodisches Tirilieren. Die akustische Ebene und der Titel Sissi ebnen schließlich den Weg zum Verständnis des Gesehenen: In Marcins Videoarbeit verschmilzt die Frau als dekoratives Objekt mit dem unterhaltsamen Singvogel im Käfig. Das gelbe Top wird zum Federkleid. Ihr Zwitschern wirkt verblüffend, amüsant, erschreckend und surreal. Sissi im imaginären Käfig hinterlässt ein banges Gefühl der Belustigung.

Nadja Ismail

 

Alex McQuilkin [Videonale.10] x

"Get Your Gun Up", 2002, 2:30, Ton, Farbe [Videonale.10]

Der männliche Blick, inszeniert im klassischen Genre des Western, bildet die Folie von Get Your Gun Up. Sergio Leones Zwei glorreiche Halunken zitierend, wird das Duell zweier junger Frauen um die triumphierende Gewissheit ihrer makellosen Körper vorgeführt. Anstelle der Revolver der Westernhelden kommt das Klischee von den Waffen der Frau zum Einsatz, hier aber weniger als Instrument der Verführung, sondern vor allem als Arsenal der Posen zur weiblichen Selbstinszenierung. Vor dem Bild eines Gräberfeldes in weiter Prärielandschaft treten die beiden Protagonistinnen auf. Durch die gewählten Bildausschnitte bleiben sie anonym. Die effektvoll dargebotenen Bauch- und Hüftpartien in knappen, mit Lederbändchen und Sheriffstern geschmückten Slips, sorgfältig geschminkte Augen und mit Lippenstift betonte Münder repräsentieren den weiblichen Körper. Minimale Gesten- der klopfende Zeigefinger einer in die Hüfte gestützten Hand, sich misstrauisch verengende Augen oder ein abschätzig lächelnder Mund - machen klar, dass die Frauen Duellantinnen und keine Kombattantinnen sind. Die mögliche Niederlage im Kampf um die Gunst des beobachtenden Blickes käme dem Tod gleich.

Bettina Schönfelder

 

Marjam Oskoui [Videonale.10] x

Ulrike. Das Projekt, 2003, 12:00 min, Farbe, Ton  [Videonale.10]

Ulrike. Das Projekt setzt vom Bruchs Beschäftigung mit den Leitfiguren der RAF fort. Die Arbeit ist ein verschlüsseltes Nachdenken über das Verhältnis zwischen künstlerischer und revolutionärer Tätigkeit und stellt die Frage nach der Transformation terroristischen Potenzials in künstlerischen Ausdruck. "Kann der Künstler sich vor einer Rolle als aktiver Teilnehmer revolutionärer Aktionen durch seine Kunst schätzen?" fragen Oskoui und vom Bruch und stellen damit implizit die Umkehrfrage nach dem subversiven Potenzial künstlerischen Schaffens. Auf der dreigeteilten Projektionsfläche verbinden sich gefilmte Performances des Künstlerduos mit Auszügen populärer Filme und Filmgenres: Eine rituell wirkende Fußwaschung, das Zerteilen dreier Äpfel mit bloßer Hand, die immergleichen Tanzschritte Fred Astaires, ein Revolver nebst Konstruktionszeichnung und schließlich die ein Muster des Chartres-Labyrinths abschreitenden Künstler eröffnen ein komplexes und uneindeutiges Spiel von Bezügen. Die deutlichste Botschaft gibt uns Melina Mercouri, die in Gestalt der Prostituierten Ilya aus dem Film "Sonntags nie!" Untugend mit Prinzipien-treue verbindet. Die spätere griechische Kultusministerin hat in ihrer eigenen Biografie Künstlerdasein, revolutionären Widerstand und politisches Engagement vereint.

Dorothée Brill

 

Stefan Panhans [Videonale.10] x

Pool, 2004, 7:00 min, Farbe, Ton [Videonale.10]

"Also hör mal, wir haben da so eine Produktion laufen, dazu brauchen wir Leute, die sich etwas trauen, die zu sich selbst stehen. Echte Charaktere, ganz eigene, selbstbewusste junge Leute. Du müsstest einfach nur Du selbst sein, aber eben super, verstehst du? Be yourself but at its top! ... "

Die vollständig statische Einstellung der Kamera ist auf eine junge Frau gerichtet, die im Inneren ihres parkenden Kleinwagens sitzt. Dieser Fokus hat den Effekt, als befände man sich mit ihr im Wagen und lausche ihrer von Vogelgezwitscher untermalten Stimme, welche die Szenerie unwirklich erscheinen lässt. Schnell wird klar, dass man nicht ihr Gesprächspartner ist, sondern eine Art Voyeur, der die Protagonistin in einer privaten Minute beobachtet. Ihr Blick ist nach Innen gerichtet, bleibt von der Kameralinse abgewandt. Obwohl ihr Monolog die Ansprache "Du" enthält, scheint er die Rekapitulation eines eben erlebten Castings zu sein. Durch die Einseitigkeit der Erzählung wird die Frau zur Schauspielerin, und der Inhalt führt die bizarren Regeln dieses Metiers ohne Pathos vor. So wird auch der Titel Pool zu einer Anspielung auf den "Casting Pool" - einen Topf von Talenten, aus dem man sich nur bedienen muss.

Nadia Ismail

 

David Phillips & Paul Rowley [Videonale.10] x

Security Fugue, 2004, 4:00 min., Ton, Farbe [Videonale.10]

Das Kompositionsprinzip der Fuge basiert auf der Verbindung von Wiederholung und Variation. Phillips und Rowley nehmen dies als Metapher für die eingespielten und sich mit leichter Veränderung wiederholenden Rettungsmechanismen einer nach Sicherheit und Schutz verlangenden Gesellschaft. Das Bildmaterial und Teile des Tonmaterials wurden nicht von den Künstlern hergestellt, sondern bearbeitet. Sie sind dem Fundus amerikanischer (Film-)Geschichte entnommen. Auf zwei Projektionsflächen sind ein Rettungshubschrauber im Landeanflug auf ein Krankenhaus und die zeitlich leicht verschobene Aufnahme herbeieilender Rettungssanitäter zu sehen. Die auf Präzision und Geschwindigkeit getrimmten Abläufe der Notfallsicherung werden durch die extreme Verlangsamung der Bilder weniger kontrastiert als vielmehr dramatisiert: Jede Bewegung, jede Millisekunde, die in diesem anonym bleibenden Drama zählt, wird in der Zeitlupe ins Bewusstsein gehoben. Mit dieser minutiösen Wiedergabe jeden Details spielt das Künstlerduo auch auf die psychologische Bedeutung des englischen Begriffs „fugue“ an, der den durch ein traumatisches Ereignis bedingten Ausfall von Erinnerung bezeichnet. Diesem „blind spot“ in der persönlichen oder kollektiven Erinnerung scheint die akribische Beobachtung entgegenwirken zu wollen.

Dorothée Brill

 

Judith Raum [Videonale.10] x

Unlike the worm in the apple (Stan Brackhage revisited), 2005, 10:40 Min, Farbe, Ton [Videonale.10]

Die Videoprojektion geht in ihrer Erzählstruktur zurück auf einen Film von Stan Brackhage, der mit der Kamera den Weg eines Wurms im Inneren eines Apfels nachzeichnet. Aus der Sicht des Wurms erlebt der Betrachter das Gefühl des Geborgenseins, aber auch des Ausgegrenztseins gegenüber der übrigen Welt. Durch die raumgreifende Projektion von Bildern und Klang versucht Judith Raum den Betrachter in eine vergleichbare Situation zu versetzen: Undurchdringliches Unterholz, schmale Wege, dichte Fichtenwälder, Streifzüge durch Wiesenhalme sowie Unterwasseraufnahmen bieten Assoziationen zum Vorwärtsstreben des Wurms auf unbekanntem, unvorhersehbarem Weg. In anderen Sequenzen verweist ein auf Wand und Bettpfosten beschränkter Blick in ein Zimmer auf den Lebensraum eines von der Außenwelt abgekapselten Individuums. Die Weite der Welt beschreibt Judith Raum - formal abgestimmt - durch das Treiben von Wolken und Eisschollen, durch Auf- und Untergänge von Sonne und Mond. Sie vergleicht die Spuren im Schlamm und im Schnee. Die reduzierte Bilderfolge des Videos lässt die Geräusche von Wasser, Wind oder das Knacken von Geäst deutlich hervortreten und intensiviert das visuelle Erlebnis. 

Elisabeth Wynhoff

 

Roland Schappert [Videonale.10] x

Bar/vegetation, 2003, 3:00 min, Farbe, Ton [Videonale.10]

In Zeitlupe sehen wir ein junges Paar, rauchend und alkoholische Getränke genießend, mit seinem Kleinkind in einer Bar sitzen. Dargestellt ist eine Interviewsituation, die sich jedoch nicht aus der Tonebene, sondern anhand eines Mikrophons und der Gestik des Paares erschließt. Die langsamen und eher minimalen Bewegungen der Erwachsenen stehen im Kontrast zu denjenigen des Kindes, das erst nach einer Zigarette und dann zielstrebig und unbeirrt immer wieder nach einem Sektglas greifen will. Begleitet werden die Bilder von einer Kurzgeschichte, die von dem Autor Michael Ebmeyer voller Pathos erzählt wird. Eine inhaltliche Verbindung zwischen Bild und Ton läßt sich nicht unmittelbar erkennen; nur hin und wieder ergibt sich durch einzelne Wörter oder Satzfragmente ein scheinbar zufälliger, zum Teil auch amüsanter Zusammenhang. Während die Erzählung im Loop verläuft, ist das Video in der Mitte so geschnitten, dass es - für den Betrachter kaum merklich - von da an in gesamter Länge rückwärts läuft. Durch das gegeneinander Laufen von visueller und akustischer Ebene entsteht in der zweiten Hälfte des Videos eine neue Verbindung von Bild und Ton. Daraus resultiert eine Bedeutungsverschiebung, die rational nur schwer zu fassen ist: "Schon möglich, dass uns das auf Dauer nervös macht ..."

Natalie Maya Nonaka

 

Asli Sungu [Videonale.10] x

Steckengeblieben, 2003, 15:00 (7:57) Min., Farbe, Ton [Videonale.10]

Eine Frau steht vor ihrem Kleiderschrank und ist damit beschäftigt, ihr Hemd, dessen Knopfleiste auf dem Rücken verläuft, zuzuknüpfen. Für den Betrachter ist sie nur von hinten zu sehen. Schon ihr erster Versuch scheitert daran, dass sie das entsprechende Knopfloch verfehlt und sich somit 'verknüpft'. Zuerst von unten, dann von oben, mit beiden Händen oder zwischendurch mit nur einer Hand, versucht sie immer wieder das Hemd richtig zu knüpfen. Die Verrenkungen, das Sich-Winden und kurze Innehalten lassen erkennen, mit welcher Anstrengung dieser Akt verbunden ist. Einen Moment lang glaubt sie sich am Ziel: sie tastet die Knopfleiste ab und muss enttäuscht feststellen, dass es ihr wieder nicht gelungen ist, das Hemd zuzuknüpfen. Doch unbeirrt und beinahe trotzig fährt sie in ihrem Tun fort. Der Betrachter wird hier in eine merkwürdig beklemmende und ähnlich hilflose Situation wie die Protagonistin selbst gebracht: schon zu Beginn weiß er um die Aussichtslosigkeit ihres Bemühens, um ihr Scheitern mit einem jeden neuen Ansatz. Ohne die Hilfe einer dritten Hand wird sie nicht ans Ziel gelangen. Das abrupte Ende kommt für den Betrachter wie eine Erlösung.

Natalie Maya Nonaka

 

Antti Tanttu [Videonale.10] x

Solitude, 2004, 4:00 min, Ton, Schwarz-Weiß [Videonale.10]

Ein Mann steht auf einem von Meer umschlossenen Felsen und gibt mit zwei Fahnen Signale, die den Satz "Die freiwillig gewählte Einsamkeit ist Luxus" bilden. Dazu hört man Meeresrauschen und vereinzelt Doppelschläge einer Trommel. Diese auf den ersten Blick schlichte und eindeutige Aussage ist bei genauerer Betrachtung vielschichtig und birgt verschiedene Deutungsansätze. Es ist möglich, den Mann auf seinem Felsen tatsächlich als einen Menschen zu betrachten, der fern aller störenden Impulse von Außen seine Einsamkeit genießt - der erkaufte Luxus. Ferner kann die Szene interpretiert werden als der hilflose Versuch eines Gestrandeten, auf sich aufmerksam zu machen und seiner Isolation ein Ende zu setzen - Einsamkeit wird zur Not. Eine dritte Möglichkeit ist die codierte Kommunikation in der Seefahrt - Einsamkeit wird zur Notwendigkeit. Der Satz wird dabei zum Schlüssel für die unterschiedlichen Betrachtungs- und Bewertungsweisen der an sich neutralen Handlung. Die akustischen Signale passen sich den Deutungen an. So schwankt das Meeresrauschen zwischen Kontemplation, Bedrohung und neutraler Geräuschkulisse. Die Trommelschläge assoziieren Herzschläge, Geräusche einer zuschlagenden Tür oder Schüsse. Antti Tanttu entwirft in seiner Videoarbeit ein facettenreiches Bild von Einsamkeit.

Nadia Ismail

 

Martijn Veldhoen [Videonale.10] x

Momentum, 2003, 5:50 Min., Farbe, Ton [Videonale.10]

In Momentum folgt der Betrachter einer Kamerafahrt durch verschiedene Örtlichkeiten. Sprachsplitter, Architektur, Licht und Atmosphäre verweisen auf Italien. Von einem dunklen Korridor ausgehend schreitet man durch ein sich öffnendes Eisentor auf die sonnige Straße, durchdringt mühelos ein Fenster auf der gegenüberliegenden Seite - womit Veldhoens Arbeit die gefilmte Realität verlässt und in die Animation zu wechseln scheint. Man durchschreitet verschiedene Zimmer, deren Bewohner durch eingespielte Songs charakterisiert werden, bewegt sich von einer Terrasse aus über Dächer hinunter zu einem dunklen Innenhof, kommt in ein verfallenes Haus und zu einem von Felsen und Gestrüpp überwucherten Wasserlauf, dem man folgt. Unterlegt wird diese labyrinthische und Barrieren überwindende Reise mit Geräuschen: Schritte, Musik und Stimmen, Geschrei von Mauerseglern, Flügelschlagen von Tauben, Glockengeläut. Im vorwärts Treiben der Bilder und begleitet von der ruhigen, fast monotonen Stimme des Erzählers gerät der Betrachter in einen entrückten Zustand und folgt der Suche des Erzählers, dessen Gedankenverlauf dem Passieren von Räumen und Wegen entspricht. 

Elisabeth Wynhoff

 

Connie Walsh [Videonale.10] x

How To, 2003, 26:50 min, Farbe, Ton [Videonale.10]

Die mit dem Titel How to versehene Arbeit der Amerikanerin Connie Walsh besteht aus fünf gleichlangen Episoden und gibt sich bewusst dokumentarisch. Im Zentrum jeder kurzen Geschichte steht eine Person, die über ihre berufliche Tätigkeit spricht, die gleichzeitig eine Art Passion zu sein scheint. Durch die Art und Weise, in der die Porträtierten auftreten und sich vor der Kamera inszenieren, fungieren die Aufnahmen jedoch vielmehr als Psychogramm. Persönliche Eigenarten und Ansichten über ihre mehr oder weniger ungewöhnlichen Tätigkeiten manifestieren sich in der theoretischen und wortreichen Untermalung ihrer Arbeit, anstatt sie vor laufender Kamera an einem prägnanten Beispiel vorzuführen. So beschreibt ein Surfer im Auto sitzend, wie er eine Welle frühzeitig nimmt, um auf ihr reiten zu können. Video wandelt sich hier vom rein informativen Medium, welches in dokumentarischer Manier die "Realität" aufzeichnet, zum psychologischen Spiegel, der durch das kontinuierliche "Daraufhalten" der Kamera auf eine Privatperson, diese in all ihren Nuancen einzufangen vermag.

Nadia Ismail

 

Fabian Winkler & Harald F. Müller [Videonale.10] x

En Route, 2002, 8:00 Min., Farbe, Ton [Videonale.10]

En Route ist ein Beispiel für ein konzeptuelles Video. Die audiovisuelle Erfahrung steht gleichrangig neben der technischen Konzeption des Videos, das sich aus einer Auswahl 64 einzelner Sequenzen in stets veränderter Abfolge zusammensetzt. Diese Sequenzen werden durch ein Computerprogramm bei jedem erneuten Abspielen des Videos nach bestimmten Kriterien wie der Länge des Clips, der Farbigkeit der Bilder, der Bewegungsrichtung, dem Bildausschnitt und der Typografie auftauchender Schriftzüge aneinandergefügt. Dadurch ist die Anzahl an möglichen Videos mit einer variablen Länge von 5-8 Minuten nahezu unbegrenzt. Die 2002 während einer zweiwöchigen Reise nach Italien und Frankreich meist aus einem fahrenden oder stehenden Auto heraus aufgenommenen Bilder und Sequenzen zeigen Straßenansichten sowie Industriegebäude der 1960er und 1970er Jahre. Die Ausschnitte der Architektur sind häufig so gewählt, dass sich die dreidimensionalen Bilder in zweidimensionale (Farb-)Flächen verwandeln. Zusammen mit der Länge der Sequenz, in der das Objekt zu sehen ist, sorgt dies für eine minimalistische Ästhetik der Bilder. Jede Szene wird von Musik begleitet, die vom Chanson bis hin zu harten Techno-Beats reicht und damit die Stimmung des jeweiligen Clips sowie dieÄsthetik der Bilder unterstützt.

Nadia Ismail

 

Ma Yongfeng [Videonale.10] x

The Swirl, 2002, 15:06 Min., Farbe, Ton [Videonale.10]

The Swirl ist eine sowohl harmlose wie brutale Arbeit. Trotz ihrer kompositorischen Schlichtheit und optischen Schönheit ist sie schwer anzusehen. Der Blick ist in die offene Trommel einer von oben zu beladenden Waschmaschine gerichtet und wir beobachten in einer ungeschnittenen Einstellung die Durchführung eines 15-minütigen Waschganges. In der Trommel befinden sich keine farbenfrohen Wäschestücke sondern sechs Goldfische. Die Sinnlosigkeit der Qual und die Hilflosigkeit der Gequälten lässt die Arbeit zu einer Metapher für Folter werden. Doch auch als soziale Kritik und schließlich als zynischer Kommentar zum Künstlerdasein lässt sie sich lesen, wenn man die Bedeutung des Fisches in der chinesischen Kultur als Sinnbild für Wohlstand in Betracht zieht. Im rasanten Übergang von autoritärem Kommunismus zu einem uneingeschränkten Kapitalismus sind Unabhängigkeit und Distanznahme von den Mechanismen des Systems nach wie vor schwierig. Künstler berichten von dieser Erfahrung, nicht zuletzt durch die massive Konjunktur junger chinesischer Kunst im Westen.

Dorothée Brill

Videonale.10 (30. April – 16. Mai 2005 im Kunstmuseum Bonn)

Die Videonale zieht vom Bonner Kunstverein ins Kunstmuseum Bonn.

600 Einreichungen

47 ausgewählte Werke

Kurator: Georg Elben

Den Videonale Preis erhielt Roland Schappert & Michael Ebmeyer („Bar/Vegetation“).