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Tobias Yves Zintel [Videonale.14]

*1975, in Passau, GER, lebt und arbeitet in Berlin und Köln GER
Studium an der Akademie der bildenden Künste München GER

Ausstellungen [Auswahl]:

2012 Action Unites Worlds Divide, Performance, Schule als System, Hebbel am Ufer, HAU 3, Berlin GER 

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         Mental Radio, Barbara Gross Galerie, Munich GER 

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         The Genetic Drive, Glasgow International, Biennale, Glasgow GBR

         Age of Consent, Doris Mccarthy Gallery, Toronto CAN

2011 God Loves Fags, Mo David North Gallery, Glen Wild, New York USA 

[S] 

2010 Breed and Educate, X-Schulen Festival Hebbel am Ufer, Berlin GER

         Acid and Ice Cream, Honor Fraser Gallery, Los Angeles USA 

 [S] 

2009 Performance, Interesting Productions, The Office, Berlin GER 

2008 Confession of Aggression, Doing Identity Festival, Kammerspiele München - Neues Haus GER 

[S] 

         Interesting productions #2, Städtische Galerie im Lenbachhaus, Munich GER

 

Tobias Yves Zintel [Videonale.14] x

Earthly Powers, 2011, 38:00 min., Ton, Farbe [Videonale.14]

Von den Catskills in Upstate New York, dem einstigen Ferienparadies der 50er bis 70er Jahre, mit seinen Vaudeville- und Comedyshows sowie Broadway-Voraufführungen zeugen heute nur noch verlassene Hotels, Bungalowruinen und Unrat. In Zintels experimenteller Dokumentation bespielt die Münchener Band „Pollyester“ jene Schauplätze der Sommerfrische, die heute nur noch ein Schatten ihrer selbst sind. Zwischen musikalischen Sequenzen und Aufnahmen verlassener Orte erzählen die Bewohner der kleinen Künstlergemeinde von ihrem Leben in den Catskill Mountains. Die „Church of The Little Green Man“, eine entweihte Kirche mit Dancepole, in der Mike Osterhouts anti-dogmatische Performance-Messen mit seiner Community feiert, ist dabei Treffpunkt mehrerer Generationen: Raymon Elouza dokumentiert mit seinen Fotoserien den Strukturwandel und hinterfragt den amerikanischen Traum als anachronistisches Konstrukt. Al Defino, der während der Glory Days der Ressorts unter anderem Frank Sinatra und Sammy Davis Jr. auf der Gitarre begleitete, erzählt von besseren Tagen. Portraitiert wird auch der zugezogene New Yorker Produzent Josh Druckman, welcher sich aus einem alten Farmhaus ein Musikstudio gebaut hat. Die einstige Tänzerin Beverly Spiri leiht dem dort produzierten Sound von „Pollyester“ ihre Stimme. Zintels nach Anthony Burgess’ Roman „Earthly Power“ benannte Arbeit durchmischt Dokumentarisches und Beiläufiges, rekurriert auf die Bildsprache von Musikclips und lotet die Potenziale künstlerischer Aneignung aus.

Larissa Berger

Tobias Yves Zintel [ Videonale.14 ]