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Ma Yongfeng [Videonale.10]

*1976, in Shanxi CHN, lebt und arbeitet in Beijing CHN
Studium am ZKM | Institut für Bildmedien, Karlsruhe GER und an der University of California, Los Angeles USA

Ausstellungen [Auswahl]:

2011 GLOBAL HOUSE, kunsthalle gwangju & Spinnerei Leipzig GER The Folded Plane, Mingyuan Art Center,    
         Shanghai CHN 

2010 Dongxi-Things, Kunstverein Baden, Wien AUT No Soul For Sale - Festival of Independents, Tate Modern,
         London GBR 

2009 Beijing's Warm Winter, Gallery Artside, Beijing CHN 

         Crossing Landscapes the environment in international video art, Fondazione Sandretto re Rebaudengo,
         Turin ITA 

2008 China Under Construction II: China's Contemporary Art of the Everyday Comes of Age, Deborah Colton
         Gallery, Houston USA 

         Digital Passages: Journey Beyond Reality's Threshold, Yuanfen New Media Art Space, Beijing CHN 

2007 Rejected Collection, Ke Center for Contemporary Arts, Shanghai CHN 

         The Cretaceous Period, Artsway, Hampshire GBR [S]

 

Ma Yongfeng [Videonale.10] x

The Swirl, 2002, 15:06 Min., Farbe, Ton [Videonale.10]

The Swirl ist eine sowohl harmlose wie brutale Arbeit. Trotz ihrer kompositorischen Schlichtheit und optischen Schönheit ist sie schwer anzusehen. Der Blick ist in die offene Trommel einer von oben zu beladenden Waschmaschine gerichtet und wir beobachten in einer ungeschnittenen Einstellung die Durchführung eines 15-minütigen Waschganges. In der Trommel befinden sich keine farbenfrohen Wäschestücke sondern sechs Goldfische. Die Sinnlosigkeit der Qual und die Hilflosigkeit der Gequälten lässt die Arbeit zu einer Metapher für Folter werden. Doch auch als soziale Kritik und schließlich als zynischer Kommentar zum Künstlerdasein lässt sie sich lesen, wenn man die Bedeutung des Fisches in der chinesischen Kultur als Sinnbild für Wohlstand in Betracht zieht. Im rasanten Übergang von autoritärem Kommunismus zu einem uneingeschränkten Kapitalismus sind Unabhängigkeit und Distanznahme von den Mechanismen des Systems nach wie vor schwierig. Künstler berichten von dieser Erfahrung, nicht zuletzt durch die massive Konjunktur junger chinesischer Kunst im Westen.

Dorothée Brill

Ma Yongfeng [ Videonale.10 ]