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Connie Walsh [Videonale.10 & 12]

*1966, in den USA, lebt in Los Angeles USA
Studium an der Colgate University, Hamilton USA und Rhode Island School of Design, Providence USA

Ausstellungen [Auswahl]:

2012 Un-natural Landscapes, Pip-Squeak Chapeau Etc., New York USA

2011 Connie Walsh and Kathleen Johnson, ACME, Los Angeles, CA USA

2009 The Fuzzy Set, LAXART, Los Angeles, CA USA

         Mixed Greens 10th Anniversary Exhibition, Mixed Greens, New York, NY USA

         Videonale 12, Kunstmuseum Bonn, Bonn GER

2007 High Desert Test Site, Joshua Tree, CA USA

2006 Panoramica: archivo video_dumbo, El Museo Tamayo Arte Contemporaneo, Mexico City MEX

         Exploding Television-Satellite of Love, Rotterdam International Film Festival, Witte de With      
         Contemporary  Art Center, Rotterdam NL

 

Connie Walsh [Videonale.10] x

How To, 2003, 26:50 min, Farbe, Ton [Videonale.10]

Die mit dem Titel How to versehene Arbeit der Amerikanerin Connie Walsh besteht aus fünf gleichlangen Episoden und gibt sich bewusst dokumentarisch. Im Zentrum jeder kurzen Geschichte steht eine Person, die über ihre berufliche Tätigkeit spricht, die gleichzeitig eine Art Passion zu sein scheint. Durch die Art und Weise, in der die Porträtierten auftreten und sich vor der Kamera inszenieren, fungieren die Aufnahmen jedoch vielmehr als Psychogramm. Persönliche Eigenarten und Ansichten über ihre mehr oder weniger ungewöhnlichen Tätigkeiten manifestieren sich in der theoretischen und wortreichen Untermalung ihrer Arbeit, anstatt sie vor laufender Kamera an einem prägnanten Beispiel vorzuführen. So beschreibt ein Surfer im Auto sitzend, wie er eine Welle frühzeitig nimmt, um auf ihr reiten zu können. Video wandelt sich hier vom rein informativen Medium, welches in dokumentarischer Manier die "Realität" aufzeichnet, zum psychologischen Spiegel, der durch das kontinuierliche "Daraufhalten" der Kamera auf eine Privatperson, diese in all ihren Nuancen einzufangen vermag.

Nadia Ismail

 

Connie Walsh [Videonale.12] x

Cenetar, 2008, 4:00 min, Farbe, Ton [Videonale.12]

Wo liegt die Grenze zwischen Spiel und Realität? Kann Unschuld in Bedrohung umschlagen? Wann und wie wird menschliche Aggression erzeugt?

Diese und noch weitere Fragen stellt das Video Cenetar von Connie Walsh. Die ersten Bilder zeigen ein Kind, das ein Kriegsspiel spielt. Es trägt einen Kopfhörer und spricht ins Mikrofon, wie bei einem interaktiven Computerspiel. Der blaue Himmel im Hintergrund und das wie ein Engel auf Wolken thronende Kind vermitteln einen friedlichen Eindruck. Es ist nicht nur die Stimme des Jungen zu hören, sondern O-Töne eines Piloten, dessen Äußerungen sich mit denen des Kindes vermischen. Das Wechselspiel der Dialogcollage wirkt verstörend, da das unschuldige Kind im Spiel Vernichtungsbefehle erteilt. Der Kopfhörer und das Mikrofon verdeutlichen, dass es eigentlich kaum Unterschiede zwischen dem kleinen Jungen und dem Piloten gibt, der das Spiel schon im wirklichen Leben spielt. Am Ende des vierminütigen Videos hört man Bombengeräusche und das Kind verschwindet ganz plötzlich. Spielt der Junge einen Erwachsenen oder ist das ganze Video eine Imagination des Piloten während einer echten Mission?

Connie Walsh führt uns eine Untersuchung der menschlichen Aggression vor. Ihre Gesellschaftskritik entsteht durch die Inszenierung einer Ambivalenz, die Spiel und Realität ununterscheidbar macht.

Milen Zhelev

Connie Walsh [ Videonale.10 & 12 ]