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Adam Vackar [Videonale.13]

*1979, in Prag CZE, lebt und arbeitet in Prag CZE
Studium an der Academy of Fine Arts in Prag CZE und an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts, Paris FRA

Ausstellungen [Auswahl]:

2013 Mixed Feelings, Gandy gallery, Bratislava SVK [S] 

         Rhythm in it. On rhythm in contemporary art, Aargauer Kusthaus, Aarau SUI 

         How to tell a story, Depo, Istanbul TUR 

         Echo (a project with Zachary Fabry), Czech Center, New York USA [S] 

2012 Art Basel - Art Statements + Art Film: Basel SUI 

         Night on Earth, OG2 / Kölnischer Kunstverein, Cologne GER [S] 

         Ça & là, Curated by Claude Closky, Fondation d’entreprise Ricard, Paris FRA 

         Glissement, Le Dojo, Nice FRA [S] 

2011 Synesthesia, GASK, Kutna Hora CZE [S] 

         28th Kassel Documentary Film and Video Festival, Kassel GER

 

Adam Vackar [Videonale.13] x

Improvement, 2009, 5 min., Ton, Farbe [Videonale.13]

Eine lange Menschenschlange steht wartend in einem großen Lagerhaus, das scheinbar als Location für eine Casting-Veranstaltung dient. Die Videosequenzen wechseln zwischen Panoramaaufnahmen vom Inneren des Lagerhauses, das gefüllt ist mit der typischen Ausrüstung eines Backstage-Bereiches beim Film, wie Scheinwerfern, Schminktischen und Kameraequipment, und den Close-ups von Personen, vermutlich den Schauspielern. Sie durchlaufen Phasen einer Metamorphose, indem sie mit Make-up, neuen Frisuren und Kostümen ausgestattet werden, die sie in andere Charaktere verwandeln sollen. Aber welche Rollen sollen sie spielen? Die Menschen in dem Video sehen nicht aus wie professionelle Schauspieler, und auch nach ihrer Kostümierung entsprechen sie nicht stimmig der Aufmachung von Filmcharakteren. Adam Vackar bedient sich zwar des konventionellen Filmvokabulars eines Making-ofs, bringt jedoch eine Anzahl obdachloser Menschen zusammen, die sich diesem Verwandlungsprozess unterziehen, um wie „normale“ Menschen auszusehen. Nachdem ihre Runderneuerung abgeschlossen ist, werden Vackars Akteure bewegungslos im Licht der Scheinwerfer in Szene gesetzt. Im Vergleich zu ihrem vorherigen Aussehen wirkt ihr neues, „normales“ Erscheinungsbild aber viel geschmack- und fantasieloser. Haben sich die Menschen durch dieses Prozedere wirklich verbessert? Wer besitzt die Macht, die Hierarchie des Geschmacks zu bestimmen, und wer entscheidet über ästhetische Norm und ihre Abweichung?

Olena Chervonik

Adam Vackar [ Videonale.13 ]