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Rebecca Ann Tess [Videonale.12]

*1980, in Annweiler am Trifels GER, lebt in Frankfurt am Main GER
Studium an der HfBK Städelschule, Frankfurt am Main GER, Universität der Künste, Berlin GER und am Chelsea College of Art and Design, London UK

Ausstellungen [Auswahl]:

2012 "It takes a company to make art great", lampione, Frankfurt, GER [S]

         Reality Manifestos - Can Reality Break Bricks?, Kunsthalle Exnergasse, Wien AUT

2011 A Crime must be Committed, Figge von Rosen Galerie, Berlin GER

         Villa Romana - Preisträger 2011, Villa Romana, Florenz ITA

2010 New Frankfurt Internationals: Stories and Stages, Frankfurter Kunstverein, Frankfurt am Main GER

         Not Dad Yet Sad!, Figge von Rosen Galerie, Köln GER

2010 Das ist die Lebenswelt, NAK Neuer Aachener Kunstverein, Aachen GER

2009 Videonale 12, Kunstmuseum Bonn GER

         Dude, where´s my career?, MMK Zollamt, Frankfurt am Main GER

2008 Vertrautes Terrain - Aktuelle Kunst in und über Deutschland, ZKM Zentrum für Kunst und Medien,

         Karlsruhe GER

 

Rebecca Ann Tess [Videonale.12] x

Orchids, 2008, 21:21, Ton, Farbe [Videonale.12]

"Ein ganz normales Zusammenleben, überhaupt gar nichts anderes," nennt die 72-jährige Dame, deren Lebenserinnerungen wir 20 Minuten lang von ihrer Stimme geleitet folgen, ihre Beziehung mit dem schwulen Peter. Welche Bedeutung ein Konzept wie Normalität bis in die privatesten Bereiche des Lebens entfalten kann, verhandelt Rebecca Tess in ihrer Arbeit Orchids. Wie soll man leben? Wie darf man leben? Orchids gibt dem Betrachter ein gelebtes Beispiel und konfrontiert ihn dabei mit den Konventionen, denen er selbst vermutlich unterworfen ist. Die Ausführungen der Erzählenden zu den Bereichen Familie, Liebe und Beziehung sind illustriert mit einer Diashow aus found footage Material, das thematisch zur Narration getaktet wird. Statt dem Familienalbum sieht der Betrachter Medienbilder aus Zeitungen, Zeitschriften, Filmen und dem Internet, die in der Konfrontation mit den intimen Einblicken in ein unkonventionelles Lebensmodell den visuellen und narrativen Kanon unterlaufen, der unsere Normvorstellungen prägt. Die zum Teil in semantischer Entsprechung, zum Teil aber auch in Opposition oder im Konflikt zur Erzählung stehenden Bilder konstituieren über die Dauer der Arbeit ein immer kohärenteres visuelles Alphabet, das dem Betrachter den Raum bietet, die Klischees, die seinen Wertvorstellungen zu Grunde liegen, zu untersuchen. Tess´ Arbeit demonstriert, dass "normal" auch Transgender heißen kann und lässt es jedem Zuschauer offen, seine eigene stereotype Bilderwelt zu befragen.

Maren Haffke

Rebecca Ann Tess [ Videonale.12 ]