Der Aufbau des Videoarchivs wurde unterstützt vom

Kontakt

Videonale e.V. Tel. +49 (0)228 77 62 21
im Kunstmuseum Bonn Tel. +49 (0)228 69 28 18
Friedrich-Ebert-Allee 2 Fax +49 (0)228 90 85 817
53113 Bonn  

Arthur Tuoto [Videonale.14]

*1986, in Curitiba BRA, lebt und arbeitet in São Paulo BRA

Ausstellungen [Auswahl]:

2012 Translucent, Oscar Niemeyer Museum, Curitiba, BRA 

[S] 

         27th Videoformes, Compétition Internationale, Clermont-Ferrand, FRA

         Bienal de la imagen en movimiento, Buenos Aires, ARG

         25th Instants Vidéo Festival, Marseille, FRA

         Now & After, Moscow Museum of Modern Art, Moscow, RUS

2011 Re-New 2011, Digital Arts Festival, Copenhagen, DEN

2010 Athens Video Art Festival, Athens, GRE

         Kunstfilmtag 2010 – Un.Sharpness of the Documentary, Dusseldorf, GER

2009 5th Latin-American Visual Arts Biennal – Vento Sul, Curitiba, BRA

2008 Time is Love, Galerie Octobre, Paris, FRA

 

Arthur Tuoto [Videonale.14] x

Mãos Mortas, 2012, 05:42 min., Ton, Schwarz/Weiß [Videonale.14]

Unmittelbar zu Beginn des Videos ertönen Stimmen. Zu sehen ist nichts. Die Stimmen aus dem Off unterhalten sich stockend über ihre Beziehung und die Intensität ihrer Liebe. Das Schwarz des filmischen Raumes wird von dem Dialog aus dem Film J’entends plus la guitarre (1991, Regie: Philippe Garrel) belebt. Das monochrome Schwarz der visuellen Ebene wird durch flackernde weiße Überbelichtungen, die an Lichteffekte früher Filmprojektionen erinnern, durchbrochen. Plötzlich ertönt Musik. Es entsteht der Eindruck, dass nun ein zweiter Teil des Films beginnt. Zwar bleibt die schwarze Einstellung bestimmend, doch scheinen während der hellen Einblendungen Standfotos von Hollywoodstars wie Marilyn Monroe auf, die eine vergangene Film-Ära beschwören. Verstörend und nostalgisch wirken diese Aufnahmen. Sowohl die Musik als auch die Montageästhetik suggerieren Bewegung in den Standfotos. Klavierklänge der immer wieder gleichen Melodie, die Assoziationen zur musikalischen Begleitung von Stummfilmen wecken, verstärken den kinematischen Effekt und verleihen dem rhythmischen Sichtbarwerden der Aufnahmen ein Eigenleben. Tatsächlich aber deutet das Knistern auf das Abspielgeräusch eines Schallplattenspielers, das ebenso wie das optische Flackern der schwarzen und weißen Bilder einen Störeffekt erzeugt. So plötzlich wie der Einstieg in den Film erfolgt, ist auch sein Ende. Die letzte Fotografie fängt den Kuss zweier Liebender ein. Die Musik verstummt. Es ist wieder dunkel.


Christian Mertmann

Arthur Tuoto [ Videonale.14 ]