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Roland Schappert [Videonale.10]

*1965, lebt und arbeitet in Köln und Berlin GER

Graduiertenstipendium zur Förderung des wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchses des Landes NRW, GER (1993-1995)

Videonale-Award, Bonn GER (2005)

Ausstellungen [Auswahl]:

2013 FORGET HER REMEMBER ME, mbf-kunstprojekte, München GER [S]

2012 kleine formate, Galerie Martina Detterer, Frankfurt am Main GER

2011 EINS NACH DEM ZUSTAND, Galerie Martina Detterer, Frankfurt am Main GER [S]

         Mike Paré/ Roland Schappert/ Sara van der Heide, Anna Kustera Gallery, NYC USA

2010 No Man’s Land, Kunstverein Wolfenbüttel GER [S]

         Schritt für Schritt ins Paradies, Galerie KUB, Leipzig GER

         Keine Clowns, nur harte Typen, Forgotten Bar Berlin GER

2009 Reflect me the light, e-raum, Köln, GER [S]

         Ich will es bei Euch ohne Drogen, Videopremiere in der Filmpalette Köln GER [S]

2007 White Space, kuratiert von Andreas Lorenschat, Zürich CH

 

Roland Schappert [Videonale.10] x

Bar/vegetation, 2003, 3:00 min, Farbe, Ton [Videonale.10]

In Zeitlupe sehen wir ein junges Paar, rauchend und alkoholische Getränke genießend, mit seinem Kleinkind in einer Bar sitzen. Dargestellt ist eine Interviewsituation, die sich jedoch nicht aus der Tonebene, sondern anhand eines Mikrophons und der Gestik des Paares erschließt. Die langsamen und eher minimalen Bewegungen der Erwachsenen stehen im Kontrast zu denjenigen des Kindes, das erst nach einer Zigarette und dann zielstrebig und unbeirrt immer wieder nach einem Sektglas greifen will. Begleitet werden die Bilder von einer Kurzgeschichte, die von dem Autor Michael Ebmeyer voller Pathos erzählt wird. Eine inhaltliche Verbindung zwischen Bild und Ton läßt sich nicht unmittelbar erkennen; nur hin und wieder ergibt sich durch einzelne Wörter oder Satzfragmente ein scheinbar zufälliger, zum Teil auch amüsanter Zusammenhang. Während die Erzählung im Loop verläuft, ist das Video in der Mitte so geschnitten, dass es - für den Betrachter kaum merklich - von da an in gesamter Länge rückwärts läuft. Durch das gegeneinander Laufen von visueller und akustischer Ebene entsteht in der zweiten Hälfte des Videos eine neue Verbindung von Bild und Ton. Daraus resultiert eine Bedeutungsverschiebung, die rational nur schwer zu fassen ist: "Schon möglich, dass uns das auf Dauer nervös macht ..."

Natalie Maya Nonaka

Roland Schappert [ Videonale.10 ]