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Mateusz Sadowski [Videonale.15]

*1984, in Polen, lebt und arbeitet in Posen POL
Studium an der Academy of Fine Arts Poznan POL

Ausstellungen [Auswahl]:

2014 It takes Time, Arsenal Municipal Gallery, Bialystok POL [S] 

         The Resonance, Galeria Stereo, Warsaw POL [S] 

         As You Can See. Polish Art Today, Museum of Modern Art in Warsaw POL 

         Das Stille Leben des Sammlers Kempinski, Exile, Berlin GER 

2013 Turn of Events, BWA, Katowice POL [S] 

         Photography. Reconstructed, Prague Biennale Photo 3, CEZ 

2012 Leak, Exile, Berlin, GER I’ve seen too much, SVIT, Prague CEZ [S] 

2011 There is no such Thing, Galeria Stereo, Poznań POL [S] 

         Clock That Runs on Mud, Galeria Stereo, Poznań POL

 

Mateusz Sadowski [Videonale.15] x

Volume, 2013, 4:40 min., Ton, s/w [Videonale.15]

Die Einkanal-Videoarbeit VOLUME des polnischen Künstlers Mateusz Sadowski veranschaulicht die Verbindung zwischen zwei Räumen, dem realen und einem dreidimensionalen, computeranimierten Raum. Zu Beginn taucht der Betrachter visuell in eine schwarzweiße Alltagsszene ein, die erfüllt ist von Resignation und Melancholie. Durch das Einschalten des Wasserkochers wird die Fantasie des Protagonisten in Gang gesetzt und animierte Wellen materialisieren sich auf den Wänden in definierten Rechteckflächen. Sobald der Protagonist zu trinken beginnt, breitet sich die Animation großflächig aus und erweckt den Anschein, als könne sie alles verschlingen – Natur und Technik werden von ihr überdeckt und aufgesogen. Das lebensnotwendige Wasser wird, auf der animierten Ebene somit zu einer Bedrohung für seinen Schöpfer. Die gesamte, permanent von Rauschen und digitalen Bildstörungen durchsetzte Komposition wird unterlegt durch eine von Sadowski selbst komponierte, bedrohlich klingende und verzerrte Vertonung, welche die Höhen und Tiefen der Wellen auch auditiv nachvollzieht. Während der vollständig animierten Szenen sieht man in Slow Motion, wie die Gegenstände von dem Wasser umhüllt werden und Bildstörungen auftreten. Der Akt des Einfangens des Kreises mit der durch die Hand umgestülpten Teetasse deutet hierbei auf ein Paradox hin: Der Mensch ist zwar der Erschaffer und Beherrscher der Technik, jedoch auch abhängig von ihr. Nur mit größter, ins Performative übersteigerter Willensanstrengung kann sich der Protagonist aus diesem Spannungsfeld lösen, den symbolischen Kreis für diesen Diskurs bändigen und aus seinem gewohnten Habitat buchstäblich hinaus in ein neues (ein besseres?) Leben eintreten.

Soma Elena Kozan

Mateusz Sadowski [ Videonale.15 ]