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Gabriele Stellbaum [Videonale.14]

*1962, in Berlin GER, lebt und arbeitet in Berlin GER
Studium an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und Kunstakademie Düsseldorf GER

Ausstellungen [Auswahl]:

2012
 I bruise easily, Part I to III, Rupert Goldsworthy Gallery, New York USA [S] 

         Athens Video Art Festival, Honest Lies, Athens GRE 


2011 Honest Lies, C&H art space, Amsterdam
 NED [S] 

         Art in the Parking Space, LAXart, Los Angeles USA

2010 Video of the Month, NBK video archive collection, Berlin GER

         Stranded in the Future, Spor Klübü, Berlin GER

         Soundgate, Kunsten Museum for Modern Art, Aalborg DEN

2009
 Bartleby, Rupert Goldsworthy Gallery, Berlin GER [S] 

         All Creatures Great and Small, National Gallery, Warsaw POL



2007 The Blind, Florence Lynch Gallery, New York USA [S]

 

Gabriele Stellbaum [Videonale.14] x

Honest Lies, 2011, 9:45 min., Ton, Farbe [Videonale.14]

Es ist Nacht. Im elektrischen Licht der Röhrenlampen fährt eine altmodisch gekleidete Frau in einem Oldtimer scheinbar ziellos durch ein verlassenes Parkhaus. Auf der Rückbank sitzt ein junges Mädchen, zu der die Fahrerin bisweilen besorgt zurückblickt. Die Kamera erfasst Parkhausschilder, die „Einbahnstraße“ oder „Durchfahrt verboten“ signalisieren. Obwohl die Hauptdarstellerin nicht spricht, hören wir ihre hypnotische Stimme: Sie lässt uns teilhaben an ihren Gedanken über Moral, Verantwortung und das Gefühl von Ohnmacht im Widerstand gegen ein unspezifisches totalitäres System. Dabei illustriert die Bildlichkeit das Gesagte, wenn lange Kamerafahrten immer wieder das endlose Parkhauslabyrinth abfilmen und dabei zugleich von einer „architecture of lies“ die Rede ist. Der Ablauf wird durch Zeitsprünge und Sequenzen außerhalb des Parkhauses im Wald oder auf einem Boot unterbrochen. Symbolische Bedeutung hat dabei ein immer wiederkehrender orangefarbener Ordner, der bei heimlichen Übergaben ausgetauscht wird, unterlegt von Musik aus einem Agentenfilm. Während das einsame Auto auf den Parkdecks vor und zurück fährt, erzählt die Stimme in der Möglichkeitsform über Geheimarbeit und Erpressung. Pfeilmarkierungen auf dem Boden zeigen zahlreiche Direktionsmöglichkeiten auf, doch die Situation erscheint ausweglos. Der Zuschauer wird gefangen genommen im inneren Konflikt der Frau und kreist mit ihr auf einer Parkhausspirale ohne Ausgang. Aber sind ihre Geschichten wahr oder sind sie vielleicht nur Metaphern für ihre Gedankenwelt?

Kim Mildebrath

Gabriele Stellbaum [ Videonale.14 ]