Der Aufbau des Videoarchivs wurde unterstützt vom

Kontakt

Videonale e.V. Tel. +49 (0)228 77 62 21
im Kunstmuseum Bonn Tel. +49 (0)228 69 28 18
Friedrich-Ebert-Allee 2 Fax +49 (0)228 90 85 817
53113 Bonn  

Erik Schmidt [Videonale.11]

*1968, in Herford GER, lebt in Berlin GER
Studium an der Universität der Künste Berlin GER und an der Fachhochschule Hamburg GER

Ausstellungen [Auswahl]:

2012 Downtown, Haus am Waldsee, Berlin GER [S]

         The Poster Show, carlier | gebauer, Berlin GER

2011 Rollenbilder - Rollenspiele, Museum der Moderne, Salzburg AUT

2010 Bogged Down, Galerie Krinzinger, Wien AUT [S]

         Sechs Tage bleibt er noch, Kunststation St. Peter, Köln GER [S] cat

2009 Galeria Soledad Lorenzo, Madrid ESP [S]

2008 Working the landscape, carlier | gebauer, Berlin GER [S]

2007 Hunting Grounds, Museum MARTa Herford, Herford GER [S]

 

Erik Schmidt [Videonale.11] x

Hunting Grounds, 2006, 14:16 min., Ton, Farbe [Videonale.11]

Bereits die ersten Sequenzen von Hunting Grounds offenbaren den starken Gestaltungswillen, mit dem diese Arbeit inszeniert ist. Die Bilder sind von aufwändiger Brillianz, ihre Ausschnitte feinst kadriert ‒ und sie produzieren dem Betrachter in ihrer Dichte eine Unausweichlichkeit, die nicht zuletzt auch der mit Krimielementen durchsetzten Erzählebene eignet. Tatsächlich fällt es schwer, sich deren Spannung zu entziehen. Denn es ist eine, die dem, was die Oberfläche betrachten lässt, im gleichen Moment die unbedingte Vermutung zur Seite stellt, dass sich hinter ihr ein Tor zu einer obsessiven Abgründigkeit öffnet. Ein Tor gleichsam zum Gegenteil dessen, was mit der Welt des Hochadels, der Diner-Soirees und der Jagdgesellschaften sichtbar wird. Vielmehr legt die wortlos inszenierte und neben stark akzentuierter Tonspur nur vom Instrumentarium eines String Quartetts intonierte Arbeit den Blick offen auf ein unerbittliches Grundprinzip des gesellschaftlichen Miteinanders: auf die Mechanismen ‒ und so formuliert es der Künstler selbst ‒ von „Trieb und Verlangen und die darin angelegte Dialektik von Jäger und Gejagtem“. Dass sich Schmidt in der Visualisierung dessen eines vermeintlich überkommenen Sujets bedient, verdichtet die Kraft seiner Arbeit nur umso mehr, insofern als gerade eine extreme Form von Emotionsrepression ‒ in der Etikette der Adelswelt ‒ auf deren nahezu extremste Negation trifft: das animalische (Auf)Begehren.

Wolfgang A. Döllerer

Erik Schmidt [ Videonale.11 ]