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Casilda Sanchez [Videonale.13]

*1980, in Madrid ESP, lebt und arbeitet in Brooklyn USA
Studium der bildenden Künste an der Complutense University Madrid ESP und an The School of the Art Institute of Chicago USA

Ausstellungen [Auswahl]:

2012 Mission Controlled, RTKL, Chicago USA

2011 "Tentaciones", Estampa Arte Múltimple, Art Fair, Madrid ESP

         OverkillT, he Mission Gallery, Chicago USA

2010 Gruppenausstellung ″Stories of Relativity″, Sullivan Galleries, Chicago USA

         Einzelausstellung LG Space, Chicago USA

2009 FILE RIO Electronic Language International Festival, Rio de Janeiro BRA

         Gruppenausstellung, Soho Photo Gallery New York USA

2008 ″Urban Jealousy″, International Roaming Biennial of Tehran in Berlin GER

 

Casilda Sanchez [Videonale.13] x

As Inside As the Eye Can See, 2009, 7:00 (3:00) Min., Farbe, kein Ton [Videonale.13]

Das extreme Close-up zweier einzelner Augen, die sich langsam aufeinander zu bewegen, erzeugt eine durchdringende Intimität und zugleich einen irritierenden Verfremdungseffekt. Durch die Kameraperspektive wird der Betrachter zum voyeuristischen Beobachter zweier pulsierender Kreaturen, die als äußerst verletzlich erscheinen in der Blöße ihrer pergamentartigen Haut und ihres kapillaren Nervensystems. Die Augen kommen sich immer näher, aber diese Annäherung, auch in ihrer impliziten Mehrdeutigkeit, missglückt letztlich. Die Distanz oder vielmehr die Nähe zwischen ihnen wird unangenehm. Ihre Wimpern wirken wie spitze, bedrohliche Nadeln, die der empfindlichen Oberfläche der Augäpfel wehtun. Die Augen versuchen etwas zu sehen, aber stattdessen berühren sie sich. Die Optik verwandelt sich in Haptik und macht das Sehen unmöglich. Dann ziehen sich die Augen wieder zurück und hinterlassen eine leere Bildfläche.

In ihrer Videoarbeit vermittelt Sanchez eindringlich, wie das intensive Verlangen, einander zu sehen und in intimer Weise an dem Leben des anderen teilzuhaben, als schmerzhaft empfunden werden kann. Wir sind oft nicht in der Lage, genau zu sehen und zu verstehen, weil wir zu nah dran sind. Wir brauchen eine gewisse kritische Distanz, damit unsere visuellen und intellektuellen Linsen den Fokus einstellen können.

Olena Chervonik

Casilda Sanchez [ Videonale.13 ]