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Johanna Reich [Videonale.13]

*1977, in Minden GER, lebt und arbeitet in Köln GER
Studium an der Kunstakademie Münster GER, Hochschule für Bildende Künste Hamburg GER, Universitat de Barcelona ESP und an der Kunsthochschule für Medien Köln GER

Ausstellungen [Auswahl]:

2012 A State of Crystal, Gallery of the Mori Art Tower, Tokyo, JPN

         The Unprotected Pole, Suburban Video Lounge Rotterdam NED

         LOWAVE: Stylo/Camèra, Centre Allemand d`Histoire de l`Art Paris FRA

2011 The Presence of Absence, Kaunas Mene, Gallery MJ Studija, Kaunas LTU

         14 Media Art Biennale WRO, Wroclaw POL

         Szenenwechsel, Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt GER

         Human Frames, KIT, Düsseldorf GER

2010 a fleeting glimpse, FAK, Münster GER

         Moscow International Biennale for Young Art, Moskau RUS

         freshpaint, Tel Aviv ISR

 

Johanna Reich [Videonale.13] x

Black hole, 2009, 2:00 min, Ton, Farbe [Videonale.13]

Das grelle Weiß des Schnees steht im Kontrast zu dem tiefen Dunkel der ländlichen Umgebung. Eine an eine Hütte gelehnte Leiter, ein mit Efeu bewachsener Zaun und etwas spärliches Wintergewächs wirken wie ausgeschnittene Bilder, die auf schneeweißes Papier geklebt wurden. Die Vogelperspektive der Kamera verstärkt die Flächigkeit des Bildes, aus der eine Person hervortritt, die aus der Hütte kommend wie ein dunkler Fremdkörper wirkt, der in den reinen Schnee eindringt. Die Person kniet nieder und beginnt, den Schnee zu räumen. Und so wie die Fläche des kahlen Bodens sich stetig vergrößert, so nähert sich der Moment einer magischen Verwandlung: Der Körper, der eben noch mit seinem harten Kontrast den Blick des Betrachters störte, verschmilzt mit der Dunkelheit der Erde. Der Betrachter kann die Umrisse des Körpers nicht mehr ausmachen. Nur noch das rhythmische Geräusch leisen Atems deutet an, dass sich in dem dunklen Loch tatsächlich etwas Lebendiges befindet. Während der Betrachter in das dunkle Loch schaut, wird die Ambiguität der Verwandlung immer verstörender. Sie kann als metaphorisches Zeichen interpretiert werden – von Menschen, die aufhören, fremde und störende Elemente zu sein, und sich stattdessen harmonisch mit der Natur vereinigen. Oder das Gegenteil: als Vernichtung unserer Subjektivität, als unser Versagen, einen funktionierenden Bund mit der Natur einzugehen, die die Macht besitzt, die Menschen zu verschlingen und sie in ein nichtsagendes dunkles Loch zu verwandeln.

Olena Chervonik

Johanna Reich [ Videonale.13 ]