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Anahita Razmi [Videonale.13]

*1981, in Hamburg GER, lebt und arbeitet in Stuttgart GER
Studium an der Bauhaus-Universität Weimar GER, dem Pratt Institute, New York USA und der Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart GER

Ausstellungen [Auswahl]:

2013 Encyclonospace Iranica, Access Gallery Vancouver CAN 

         Swing State, Stadtgalerie Saarbrücken GER (S) 

         Silk Map, Padiglione Venezia, La Biennale di Venezia, Venedig ITA 

2012 Frischzelle_17, Kunstmuseum Stuttgart GER (S) 

         Festival Internacional de Cine, Casa del Cuno, Costa Rica CRC 

         Bucharest Biennale 5: Tactics for the Here and Now, Bukarest ROU 

2011 Iran via Video Current, Thomas Erben Gallery, New York USA 

         Division by Zero, Carbon12 Dubai UAE 

2010 SIN!, Bakehouse Art Complex, Miami USA 

         Kunstfilmtag 10, Theatersaal des Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf GER

 

Anahita Razmi [Videonale.13] x

Walking drunk in high shoes, 2010, 47:22 (17:15) min., Farbe, Ton [Videonale.13]

Eine Kamera zeigt von einem niedrigen Blickwinkel aus das statische Bild des Unterkörpers einer Frau, die ein rotes Kleid, schwarze Strümpfe und schwarze Highheels trägt. Sie steht auf einer Theaterbühne vor einem Vorhang, im vorderen rechten Bildrand ist eine Wodkaflasche platziert. Die Frau beginnt auf den Betrachter zuzulaufen. Sie läuft in gerader Linie hin und zurück. Bei ihrem dritten Anlauf bleibt sie im Vordergrund stehen, trinkt einen Schluck Wodka und kehrt wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Das Auge der Kamera verwandelt sich in ein voyeuristisches Guckloch, beobachtet der Zuschauer doch die Frau dabei, wie sie immer betrunkener wird. Mehr und mehr verliert sie die Kontrolle über ihr Gleichgewicht, stürzt zu Boden, beginnt sich zu winden und zu zucken, enthüllt dabei ihren Oberkörper und das Gesicht. Irgendwann erkennt man, dass es die Künstlerin selbst ist, die in dieser Szene agiert. Paradoxerweise entschlüsselt der Betrachter die Identität der Schauspielerin erst, als ihre aufrechte Fassade unter der Wirkung ihrer Trunkenheit zu bröckeln beginnt – eine Anspielung darauf, dass wahre Subjektivität nur im Moment ihrer größten Verletzlichkeit erkannt werden kann. Razmis Arbeit nimmt Bezug auf Bruce Naumans Körper-Raum-Erkundung in seinem Video „Stamping in the studio“ wie auch auf Tracy Emins Monoprint „Walking drunk in high shoes“. 

Olena Chervonic

Anahita Razmi [ Videonale.13 ]