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Oliver Pietsch [Videonale.11]

*1972, in München GER, lebt in Berlin GER
Studium an der Kunsthochschule München GER

Ausstellungen [Auswahl]:

2011 The Shape of Things, Kibla, Maribor, SLO [S]

         ARTPROJX at the SVA Theatre, New York USA         

         Featuring Cinema, Coreana Museum of Art, space*c, Seoul KOR

         The Art of Pop Video, Museum für Angewandte Kunst Köln GER

2010 From Here to Eternity, NETTIE HORN London UK [S]

2009 Pietsch Week, Goff+Rosenthal, New York USA [S]

         The Shape of Things, D.O.B. Gallery, Belgrade ROU [S]

         Kasseler Dokumentarfilm-und Videofest, Kassel GER

2008 The Shape of Things, Goff+Rosenthal, Berlin GER [S]

         Int. Kurzfilmtage Oberhausen GER 

 

Oliver Pietsch [Videonale.11] x

Maybe Not, 2005, 4:25 min, Ton, Farbe [Videonale.11]

Die Endsequenz von Takashi Miikes Remake des Films Graveyard of Honor [1975/2002] von Kinij Fukasaku bildet den Anfang in Oliver Pietschs poetischem Found-Footage-Musikvideo. Eine kurze Meditation vor dem Sprung ins Haltlose - dann die Erlösung durch den freien Fall. Es folgt eine rhythmische Aneinanderreihung von Bildern springender und fallender Menschen, rekrutiert aus Fundstücken der Filmgeschichte. Mit der Montage dieses filmischen Topos, des fallenden Körpers im Raum, visualisiert Pietsch die Ambivalenz furchtbarer Todessehnsucht und verzweifelter Befreiung. Durch den elegischen Popsong der Band Catpower Maybe Not gewinnt das Video die Poesie eines letzten eskapistischen Moments: "We can all be free, maybe not with words, maybe not with a look, but with our mind." Der Refrain bleibt nicht ohne einen zynischen Seitenblick angesichts der grausamen Bilder des Aufschlags, die sich im Verlaufe des Videos immer mehr in die befreiend wirkenden Impressionen des Fallens mischen. Zwischen den artistischen Visualisierungen in Alfred Hitchcocks Vertigo [1958] und den verspielten Computereffekten der Wachowski-Geschwister offenbaren sich die nüchternde Gewalttätigkeit von Chan-wook Parks Old Boy [2003] oder die Blutfantasien eines Takashi Miike. Diese disparaten Sequenzen fügen sich dennoch zu einem homogenen Eindruck, der auch dank der Musik einen bewegenden Abgesang auf die Ambivalenz der Freiheit vermittelt.

Fredreik Geisler

Oliver Pietsch [ Videonale.11 ]