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Florian Pugnaire & David Raffini [Videonale.15]

* 1980 und 1982 in Frankreich, leben und arbeiten in Nizza FRA
Studium an der Villa Arson, Nice FRA und Le Fresnoy, Studio National des Arts Contemporains, Tourcoing Cedex FRA

Ausstellungen [Auswahl]:

2014 Florian Pugnaire & David Raffini, Le patio, La Maison Rouge – Fondation Antoine de Galbert, Paris FRA [S]

         Energie Sombre, Biennale de Belleville, Paris FRA 

2013 Chjami rispondi, TORRI, Paris FRA [S] 

         Energie Sombre, Musée Picasso, Antibes FRA [S] 

2012 First Shanghai Sculpture Project, Shanghai Art Institute CHN 

2011 La fabrique sonore, Domaine Pommery, Reims FRA 

2010 In Fine, Friche du Palais de Tokyo, Paris FRA [S]

 

Florian Pugnaire & David Raffini [Videonale.15] x

Energie sombre, 2012, 15:00 min., Ton, Farbe [Videonale.15]

Zerstörung. Geschwindigkeit. Ein Wrack. Ein Bus. Autodesktruktion.

Im Tiefflug rast die Kamera über Landstraßen und Autobahnen. Eine Flucht über Feldwege. In der Besessenheit gibt es kein Ziel. Rage und Ruhe sind nicht miteinander vereinbar. Beseelt von einer dunklen Energie, dichten Rauchschwaden, erwacht ein zerstörter Bus zum Leben. Kämpft sich durch eine Natur, die hindert und verlangsamt. Rost und Matsch als Feinde der Geschwindigkeit. Er bleibt stecken, der Matsch trocknet. Beim Kämpfen durch Dornenbüsche kratzen die Zweige Muster in die bröckelnde starre Erdschicht, die den Bus umhüllt. Eine Tour de Force, ein nicht enden wollendes Leid. Und trotzdem: Schönheit. Erlösung im Rausch der Geschwindigkeit. Infernalisches Brummen untermalt die Hetzjagt. Eine Hetzjagt durch die Landschaft, aber auch durch Kinokonventionen. Immer wieder rast das scheinbar führerlose Auto über sandige Wege. In scharfen Kurven wirbelt es Staub auf. Doch andere Einstellungen lassen die staubige Welt der Roadmovies hinter sich und konfrontieren den Betrachter mit unheimlichen futuristischen Akteuren. Verchromte gebogene Stahlplatten wippen geheimnisvoll im Wind. Dunkle dramatische Wolkenformationen verhüllen den Himmel. Ein Kran trägt nicht nur zur Zerstörung des Autos bei, sondern ragt gleichzeitig monolithisch aus dem Nebel hervor. Sind hier etwa extraterrestrische Kräfte am Werk?

Ein weiterer Schnitt, ein weiterer Sprung. Brachiale Gewalt, das Auto entblößt sein Innerstes, Wunden, zuckende und blutende Körperteile. Maschinenteile. Zeitliche und räumliche Grenzen existieren nicht mehr. Das Autowrack: hier sowohl ein Ausgangspunkt aber auch das Ende eines transformatorischen Zyklus.

Markus Pinell

Florian Pugnaire & David Raffini [ Videonale.15 ]