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David Phillips & Paul Rowley [Videonale.10]

David Phillips
* 1970 in Memphis, Tennessee USA, lebt in New York USA
Studium an der Washington and Lee University, Lexington USA und an der Temple/Tyler School of Art in Rome ITA

Paul Rowley
* 1971 in Dublin IRL, lebt in Dublin IRL and New York USA
Studium am Trinity College Dublin IRL, am College of Marin, San Francisco USA

Ausstellungen [Auswahl]:

2011 Local Time. LAX Airport Los Angeles USA

         Berlin Film Festival

2010 Pompidou Centre, Paris FRA

         Solas Nua, Washington USA

2009 Surface Noise. Void, Derry IRL

         Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen GER

2008 Beijing Art Museum, Beijing CHN

         Competitive Landscapes, Sara Meltzer Gallery, New York USA

2007 Gravity Loop. Butler Gallery, Kilkenny Castle IRL und Catharine Clark Gallery, San Francisco, USA

 

David Phillips & Paul Rowley [Videonale.10] x

Security Fugue, 2004, 4:00 min., Ton, Farbe [Videonale.10]

Das Kompositionsprinzip der Fuge basiert auf der Verbindung von Wiederholung und Variation. Phillips und Rowley nehmen dies als Metapher für die eingespielten und sich mit leichter Veränderung wiederholenden Rettungsmechanismen einer nach Sicherheit und Schutz verlangenden Gesellschaft. Das Bildmaterial und Teile des Tonmaterials wurden nicht von den Künstlern hergestellt, sondern bearbeitet. Sie sind dem Fundus amerikanischer (Film-)Geschichte entnommen. Auf zwei Projektionsflächen sind ein Rettungshubschrauber im Landeanflug auf ein Krankenhaus und die zeitlich leicht verschobene Aufnahme herbeieilender Rettungssanitäter zu sehen. Die auf Präzision und Geschwindigkeit getrimmten Abläufe der Notfallsicherung werden durch die extreme Verlangsamung der Bilder weniger kontrastiert als vielmehr dramatisiert: Jede Bewegung, jede Millisekunde, die in diesem anonym bleibenden Drama zählt, wird in der Zeitlupe ins Bewusstsein gehoben. Mit dieser minutiösen Wiedergabe jeden Details spielt das Künstlerduo auch auf die psychologische Bedeutung des englischen Begriffs „fugue“ an, der den durch ein traumatisches Ereignis bedingten Ausfall von Erinnerung bezeichnet. Diesem „blind spot“ in der persönlichen oder kollektiven Erinnerung scheint die akribische Beobachtung entgegenwirken zu wollen.

Dorothée Brill

David Phillips & Paul Rowley [ Videonale.10 ]