Der Aufbau des Videoarchivs wurde unterstützt vom

Kontakt

Videonale e.V. Tel. +49 (0)228 77 62 21
im Kunstmuseum Bonn Tel. +49 (0)228 69 28 18
Friedrich-Ebert-Allee 2 Fax +49 (0)228 90 85 817
53113 Bonn  

Julia Oschatz [Videonale.11]

*1970, in Bielefeld GER, lebt in Berlin GER
Studium an der Ecole des beaux arts, Bourges FRA, Myndlistaskola, Reykjavik ISL, Hochschule für Gestaltung, Offenbach GER, Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Städelschule, Frankfurt GER und an der Hochschule für Gestaltung, Offenbach GER

Ausstellungen [Auswahl]:

2012 Kontrollverlust Kunsthaus Erfurt, GER

2011 Streams of Consciousness: The Histories, Mythologies, and Ecologies of Water, Salina Art Center,      
        Kansas, USA

2009 Odd One Out, Haines Gallery, San Francisco USA [S]

         Film screening (Fiction Follows Form, 2008), Short Histories of Cinema: Rules of the Game Museu de Art

         Contemporani de Barcelona (MACBA) ESP 

         Damaged Romanticism: A Mirror of Modern Emotion, The Blaffer Gallery, University of Houston USA

2008 Julia Oschatz: Dig Your Own Grave, Centro de Arte CAB, Burgos ESP [S]

         Lingener Kunstverein, Lingen, GER [S] 

2007 NOTATALL, Städtische Galerie, Delmenhorst GER [S]

         Getting Nowhere Fast, Institut für moderne Kunst, Nürnberg GER [S]

 

Julia Oschatz [Videonale.11] x

Hello Hollow, 2005, 4:23 min, Ton, Farbe [Videonale.11]

Ein schwarzer Screen, aufgehellt durch schneetreibende Lichtpunkte, bereitet die Bühne für das Auftreten eines weder als Mensch noch Tier eindeutig zu identifizierenden Lebewesens, welches sich alsbald in wilde Tanzbewegungen ergibt. So beginnt Julia Oschatz' Video Hello Hollow, dessen formale Ausgestaltung wie fast alle Arbeiten der Künstlerin von einer in Schwarz-Weiß-Grautönen gezeichneten Farb-, Stimmungs- und (Ab)Handlungswelt geprägt ist. Die Animation katapultiert den Betrachter in ein nahezu überbordendes Assoziationsspektrum, welches sich jeweils für Momente konkretisiert - wenn etwa die Lichtpunkte sich zum Titel der Arbeit formieren - oder zumindest zu konkretisieren scheint - wenn der Betrachter in dem "Wesen" klar einen Menschen zu erkennen meint. Doch ist es ein Strukturprinzip dieser stark videocliphaft geprägten Arbeit, dass das Konkrete einer Lebens- oder Umweltsituation aufgehoben und in eine generelle Textur transformiert wird. Das "Wesen" in seiner zwischen Mensch und Esel, Wolf oder Hase oszillierenden Abstraktion kann gleichsam als Versinnbildlichung dessen begriffen werden. Hello Hollow erzählt von Archaik, vom Hineingeworfensein dieses "Wesens" in die Welt, von ihm als eben dieser Ausgeliefertem, als gleichsam clowneskem, fremdgesteuertem Akteur auf einer kaum rational greifbaren Gesetzen gehorchenden Bühne, in deren Hintergrund die Projektionen dieser Welt rasend schnell vorbeiziehen.

Wolfgang A. Döllerer

Julia Oschatz [ Videonale.11 ]