Der Aufbau des Videoarchivs wurde unterstützt vom

Kontakt

Videonale e.V. Tel. +49 (0)228 77 62 21
im Kunstmuseum Bonn Tel. +49 (0)228 69 28 18
Friedrich-Ebert-Allee 2 Fax +49 (0)228 90 85 817
53113 Bonn  

Randa Maroufi [Videonale.16]

* 1987 in Casablanca MAR, lebt und arbeitet in Paris FRA und Tanger MAR
Studium am Institut National des Beaux-Arts in Tétouan MAR, École Supérieure des Beaux-Arts in Angers FRA und Le Fresnoy, studio national des arts contemporains in Tourcoing FRA

Ausstellungen [Auswahl]:

2016 Indices d'Orient: La Mémoire, Le Témoin et le scrutateur, Museum of fine arts, Tourcoing FRA
        (S)HE: searching for the other, CBK Zuidoost, Amsterdam NED
        Masnaâ saghir: dans l'intimité, Le Cube Independant Art Room, Rabat MAR
2015 Telling Time, The Bamako Encounter, African Biennale of Photography, Bamako MLI

http://www.randamaroufi.com/

 

Randa Maroufi [Videonale.16] x

Le Park, 2015, 14:00 Min., Farbe, Ton [Videonale.16]

Im Film Le Park von Randa Maroufi werden die Zuschauenden in langen Plansequenzen durch einen verwilderten Freizeitpark in Casablanca geführt, wo diese in einer Reihe von stark durchkomponierten Szenerien verschiedene Jugendliche antreffen, die teils in Alltagssituationen zu sehen, aber auch in gewalttätige Auseinandersetzungen verwickelt sind. In dem Film wird die Gewalt unter Jugendlichen und ihre Präsenz innerhalb der verschiedenen Plattformen sozialer Netzwerke thematisiert. Durch die Verwendung von Plansequenzen, in welchen die Jugendlichen erstarrt zu sein scheinen, sieht man diese auch mit gefährlichen Waffen in der Hand aufeinander losgehen.

Der Film beginnt mit Aufnahmen einer Palmenallee, die von Straßengeräuschen und einem Radiobeitrag begleitet werden, welcher über anscheinend kriminelle Aktivitäten von Jugendlichen in sozialen Netzwerken im Internet berichtet. Im Anschluss sind im Wechsel diverse Radiobeiträge und verschiedene Stimmen von Jugendlichen zu hören, die darüber reden, ›echt‹ sein zu wollen und die richtige Inszenierung von Fotografien diskutieren. Durch die Kameraführung und die eingespielten Gespräche, bekommen die Zuschauer*innen das Gefühl, gleich mit einem gewalttätigen Ereignis konfrontiert zu werden, was jedoch nicht eintrifft. Gewalt und Brutalität werden oft nur angedeutet, sie ziehen sich jedoch durch die gesamte Arbeit unterschwellig hindurch. Die Aufnahmen des verlassenen Parks mit seinem rostigen, verwitterten Inventar werden zum Sinnbild einer kaputten Jugend, für die die Inszenierung oder die tatsächliche Ausübung von Gewalt zu einem Ventil für ihre Frustrationen geworden ist.

Josephine Halbach

Randa Maroufi