Der Aufbau des Videoarchivs wurde unterstützt vom

Kontakt

Videonale e.V. Tel. +49 (0)228 77 62 21
im Kunstmuseum Bonn Tel. +49 (0)228 69 28 18
Friedrich-Ebert-Allee 2 Fax +49 (0)228 90 85 817
53113 Bonn  

Marianna Milhorat [Videonale.15]

* 1983 in Vermont USA, lebt und arbeitet in Chicago USA
Studium an der University of Illinois-Chicago und an der Mel Hoppenheim School of Cinéma an der Concordia University, Montreal CAN

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2014 Museum of Contemporary Art, Chicago USA
2013 Onion City Film Festival, Chicago USA
         Chicago Underground Film Festival, Chicago USA
2012 ZERO1 Biennial, San Francisco USA
2011 Kassel Documentary Film and Video Festival GER
         Revelation Perth International Film Festival, Perth AUS
         Signal and Noise Festival, Vancouver CAN
2010 Le Festival du nouveau cinema, Montréal CAN
2009 International Film Festival Rotterdam NED

 

Marianna Milhorat [Videonale.15] x

Une Terre familière, 2013, 18:10 min., Ton, Farbe [Videonale.15]

Ein kleiner Wasserfall, mitten im undurchdringlichen Grün.
Die Szenerie könnte im Amazonas-Dschungel sein, wenn das Ufer nicht seltsam gerade, hergerichtet wirkte. Wenn das Wasser nicht so unnatürlich glatt wäre. Da kommt eine Gruppe gut gekleideter Spaziergänger ins Bild, jenseits des Teichs. Worüber reden sie? Über die Natur, die sie umgibt? Oder über Friseurtermine?

Ein frisch gepflügtes Feld im dichten Nebel.
Die Sicht verhangen wie von einem Schleier. Herbstmorgen. Winzige Wassertröpfchen schweben in der Luft. Es riecht nach frischer, dunkler Erde. Tiefe Einsamkeit. Doch dann durchquert eine Frau mit Kinderwagen das Bild. Ist das überhaupt ein Feld? Auf den zweiten Blick wirkt der Boden zu glatt, wie von einer Walze planiert. Wird diese Erde bald von Schotter und Asphalt bedeckt sein?
Eine enge Kammer.

Die Kamera von oben. Neonlicht. Schränke mit naturkundlichen Exemplaren, in jeder Schublade drei-, vier-, fünfmal dasselbe. Kein Fenster. Kein Ausweg. Ein Mann beugt sich über eine der Schubladen. Nichts rührt sich. Keine Bewegung. Kein Leben.

Ein Museum.
Ein dürres Bäumchen in der Glasvitrine. Eine blaue, globusartige Kugel dreht sich lautlos, um sich selbst. Wie weit weg ist die Welt! Wie weit entfernt sind wir von allem. Und doch viel zu nah. Unsere Fingerabdrücke auf jeder Oberfläche. Unser Geruch in jedem Winkel. Alles katalogisiert und wohlgeordnet, eingehegt, bekannt. Und doch bleibt diese Erde so ungreifbar. Gänzlich fremd, verschlossen, stumm.

Kollektiv

Marianna Milhorat