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Sabrina Labis [Videonale.16]

*1990, in Zürich SUI, lebt und arbeitet in Berlin GER
Studium an der Hochschule Luzern Design und Kunst SUI und an der Universität der Künste Berlin GER

Ausstellungen [Auswahl]:

2017 Revising Landscapes, Sodu4, Vilnius LIT

2016 You Are The Only One, Kunstmuseum Luzern SUI [S]
         Guest as a Host, Deutsches Haus New York USA

2015 Jahresausstellung 2015, Kunstmuseum Luzern SUI
         Andere Räume, Freies Museum Berlin GER

 

Sabrina Labis [Videonale.16] x

How to Build a Mountain, 2015, 09:08 Min., Farbe, Ton [Videonale.16]

Der Kurzfilm versetzt die Betrachtenden in eine idyllische Berglandschaft. Mit den Worten »I’m going to show you how to create…«, beginnt die Tonspur eines Youtube-Tutorials, welche Sabrina Labis über eine Reihe unterschiedlichsten Bildmaterials gelegt hat. Was zunächst kontrastierend anmutet, entpuppt sich als Symbiose, welche Zusammenhänge schafft, die den jeweils eigenen Inhalt übersteigen.

Berge gelten als Sinnbild der Macht der Natur. Die Gegenüberstellung eines natürlichen Berges mit dessen digitalem Bild in der 3D-Software Unity, stellt unsere Ideen von Natur und Technik in Frage. Längst ist es für uns normal geworden, Berge in digitaler Form zu bearbeiten und zu erbauen. Durch die Einbettung von Realaufnahmen von Werkzeugen und Gerätschaften, die im Bergbau eingesetzt werden, schafft es Labis, die Idee der Bearbeitung durch den Menschen auf unser Verständnis von Natur zu erweitern. Der Mensch gräbt Tunnel, er verändert Berge durch Sprengungen und plant, ganze Berge zu konstruieren, um das Wetter zu verändern. Indem im Video Stein und Erde als natürliche Symbole auf Menschengemachtes treffen, stellt sich die Frage nach den Grenzen von Natürlichkeit und Artifizialität und dem Verhältnis des Menschen zu Beidem. Der Mensch selbst taucht in Labis Werk bildlich nur am Rande auf: werkende Hände, die Rückenansicht eines Mannes bei der Arbeit, die Hände eines anderen Menschen in helles Licht getaucht. Hände, die als Symbol für die Tätigkeiten des Formens und Schaffens gedeutet werden können, werden in anderen Sequenzen als scheinbar göttliche Hand dargestellt, die mit nur einem Klick Berge zum Detonieren bringt. Die Bedeutung des Menschen innerhalb einer natürlich entstandenen, aber auch künstlich gemachten Welt, wird zum wesentlichen Thema des Werks. Wie steht der Mensch zur natürlichen Schöpfung, jetzt, wo er selbst zum/zur Schöpfer*in geworden ist?

Theresa Heußen

Sabrina Labis [ Videonale.16 ]