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Mauricio Limón [Videonale.14]

*1979 in Mexico City, MEX, lebt und arbeitet in Mexico City MEX
Studium an der Universidad Nacional Autonoma de Mexico MEX

 

Ausstellungen [Auswahl]:


2012 Con todo el respect que usted se merece! -With all the respect that you deserve, Oaxaca Painter´s    
         Museum, MEX
2011 Disponible: A Kind of Mexican Show, Museum of Fine Arts, Boston USA
        An Exchange with Sol LeWitt, Massachusetts Museum of Contemporary Art, North Adams, USA Versus–      
        buscando la sombra del árbol, Projex-Mtl. Montreal CAN
2010 Fetiches Críticos, Lunes negro, in collaboration with Xavier Rodríguez, CA2M Centro de Arte Dos de    
         Mayo, Madrid ESP
2009 Hecho en Casa, Museum of Modern Art, Mexico City MEX

 

www.mauriciolimon.com

 

Mauricio Limón [Videonale.14] x

El primero que ría, 2012, 12:17 min., Ton, Farbe [Videonale.14]

Zwei mexikanische Protagonisten, gekleidet in schwarzem Anzug und weißem Hemd, stehen im Zentrum der Videoarbeit. Zu sehen ist eine Wüstenlandschaft aus Gestrüpp und Felsgebirge; langsam und stetig rotiert die Kamera um die Figuren. Die Männer spielen eine Variante des französischen Kinderspiels „Le jeu de la barbichette“: Die Spieler halten einander am Kinn und sprechen den Vers: “Ich habe Dich, / du hast mich / am Kinn. / Der erste von uns / der lacht, / bekommt einen Klaps.“ Während in der Originalversion des Spiels der Verlierer einen Klaps auf die Wange erhält, legt er hier ein Kleidungsstück ab. Der Gewinner hält ihn am Kopf, beugt ihn hinunter und mimt eine Fellatio. Nichts an dieser Darbietung ist spielerisch. Beide Männer wirken teilnahmslos und resignativ, wie gefangen in einer absurden Endlosschleife. Der Vorgang des Entkleidens stellt sie hilflos vor der kargen Landschaft zur Schau und enthüllt dem Zuschauer sukzessive die bislang verborgenen Markierungen auf ihren Körpern: Tattoos und Narben zeichnen sich auffällig auf ihrer Haut ab. All diese Elemente verbinden sich zu einer Kritik der gegenwärtigen Zustände in der mexikanischen Gesellschaft. Das Ende zeigt die Männer von Angesicht zu Angesicht, gänzlich nackt und in ihrer anfänglichen Position: sie halten einander am Kinn fest.

Federico Alvarez Igarzábal

Mauricio Limón