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Guangyun Liu [Videonale.11]

* 1962 in Jinan CHN, lebt in Shanghai CHN und Mainz GER
Studium an der Central Academy of Fine Arts & Design, Beijing CHN

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2012 Jetlag. Multimediale zeitgenössische Kunst Chinas, Kunsthalle Faust, Hannover GER
         RELIQUIE 2012, TUFA, Trier GER
         Galería Ignacio de Lassaletta, Barcelona ESP [S]

2011 New Chinese Art, Tianrenheyi Art Center, Hangzhou CHN

         Surface, Galerie Erhard Witzel, Wiesbaden GER [S]

2010 TimeX, Linda Gallery, Beijing CHN [S]

         11071.960 km, Fei Contemporary Art Centre, Shanghai CHN [S]

2009 Head and Body, Galerie von Braunbehrens, München GER

2008 Intrude 366, Zendai Museum Of Modern Art, Shanghai CHN

         Galeria N2, Madrid ESP [S]

 

Guangyun Liu [Videonale.11] x

Losing my face, 2005, 5:02 min., Ton, Farbe [Videonale.11]

Die Kamera ist Zeugin des Entstehungsprozesses von Losing my Face, doch vermag sie nicht den Raum zu durchdringen und zu kadrieren. Aus der Froschperspektive fokussiert sie den Künstler, dessen Kopf nur zu erkennen ist, als ihm die Haare zusammengebunden und an einem von der Decke hängenden Seil befestigt werden. Urplötzlich gerät der Kopf in scheinbare Bewegung und schwingt an dem Seil wie ein imaginäres Pendel durch das Bild. Das Gesicht ‒ verstärkt durch eine konstante Verwischung und leichte Unschärfe der aufgenommenen Bilder ‒verzerrt sich zu immer neuen fließenden Formen und Übergängen. Bewegung in Raum und Zeit wird durch die somnambule Bildästhetik optisch erfahrbar. Die Tonspur unterstreicht durch ein rhythmisches Geräusch die Assoziation zu einem Pendel. 

Die zeitliche und räumliche Bewegung geht jedoch nicht von der Person, sondern einzig und allein von der Kamera aus. Der Übergang von Statik in Bewegung geschieht mithin durch eine Maschine. Mit Hilfe von Maschinen setzt der Mensch seine Intentionen um und bringt die Welt in Fluss. Das Gesicht des Künstlers, stellvertretend für das Individuum, verliert sich jedoch im Strom der technologisch geprägten Zeit. Im Prozess des maschinell gestützten Schaffens wird die Welt ihrer ursprünglichen Erfahrbarkeit beraubt. Für einen kurzen Augenblick scheint selbst die Fratze des Todes im Fluss der amorphen Bilder aufzuleuchten.

Johannes Schmidt

Guangyun Liu