Der Aufbau des Videoarchivs wurde unterstützt vom

Kontakt

Videonale e.V. Tel. +49 (0)228 77 62 21
im Kunstmuseum Bonn Tel. +49 (0)228 69 28 18
Friedrich-Ebert-Allee 2 Fax +49 (0)228 90 85 817
53113 Bonn  

Daniel Laufer [Videonale.14]

*1975 in Hannover, lebt und arbeitet in Berlin GER
Studium an der Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig GER

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2012 Alternate Ending, KM, Berlin GER [S]
         Ein Zimmer, invited by Rosa, Galerie Kamm, Berlin GER
2011 NOTE ON the fifth wall, NOTE ON, Berlin GER [S]
         Fourth Wall, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen / Schaufenster, Düsseldorf GER [S]
         KW69#7 Kalin Lindena, KW Institute for Contempory Art, Berlin GER
2010 Plot Holes, Galerie Otto Schweins, Cologne GER [S]
         Suspension of Disbelief, Arthur Boskamp Stiftung, Hohenlockstedt GER [S]
         Jewelry, Samsa, Berlin GER
2009 Cut, Paste, Italics, Comma, Space, Souterrain, Berlin GER [S]
2008 When time becomes form, Artists Space, New York USA [S] 

 

Daniel Laufer [Videonale.14] x

Fifth Wall, 2011, 8:13 min., Ton, Farbe [Videonale.14]

Den Kern von „Fifth Wall“ bildet eine chassidische Parabel. Der Text erzählt von zwei Männern, die mit dem Auftrag betraut werden, je die Hälfte eines Hauses zu gestalten. Während einer seine Aufgabe gewissenhaft erfüllt, geht der zweite faul und zögerlich vor. In letzter Minute gelingt es ihm jedoch, seine Haushälfte mit Pech zu bestreichen, sodass sich in der glänzenden Fläche das Werk des anderen spiegelt. Das Fortlaufen des Textes wird von filmischen Sequenzen unterbrochen. Laufer entführt den Betrachter in eine mediterrane Villa. Im Wechsel mit werbereifen Aufnahmen von Landschaft und Interieurs folgt die Kamera der Bewegung der Akteure in Haus und Umgebung. Das Ziel ihrer Handlungen und der Inhalt ihrer Gespräche, bleiben jedoch im Unklaren. Deutlich tritt das Motiv der Spiegelung an vielen Stellen des Videos auf. Mit dem Titel seiner Arbeit spielt Laufer auf einen verwandten Begriff aus der Film- und Theaterwissenschaft an. Die „Fourth Wall“ bezeichnet dort die imaginäre Wand zwischen Bühnen- bzw. Projektions- und Betrachterraum. Dieser Wand rückt Laufer gefährlich nahe, indem er verschiedene Rezeptions- und Handlungsebenen verschränkt und dabei den Status von Betrachter und Bild reflektiert. So wie im Gleichnis die spiegelnde Wandfläche es vermag, die Arbeit des anderen in die neu sich eröffnende Dimension einer fünften Wand zu projizieren und somit neu zu betrachten, so lotet auch Laufer in seinem Arbeit die Möglichkeiten des künstlerischen Mediums aus.

Stefanie Krämer

Daniel Laufer