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Thomas Kneubühler [Videonale.15]

* in Solothurn SUI, lebt und arbeitet in Montreal CAN
Studium an der Concordia University, Montreal CAN 

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2014 Plein Nord, PhotoforumPasquArt, Biel SUI [S]
         Manif d’art 7. Resistance, The Québec City Biennial, Québec CAN
         Les Rencontres Internationales, Gaîté Lyrique, Paris FRA
         Currents, Curtains, Code, Triennale 2014 Valais, Fully SUI
2013 Streulicht, Ausstellungsraum Klingental, Basel SUI
         Babel, Kunstmuseum Olten SUI
2012 Au milieu de nulle part, Centre culturel canadien, Paris FRA
         Under The Radar, Guided by Invoices Gallery, New York USA
2011 Being There, Gallery 44, Toronto CAN [S]
         The Québec Triennial 2011, Musée d‘art contemporain, Montréal CAN

 

Thomas Kneubühler [Videonale.15] x

Days in Night, 2013, 3:48 min., Ton, Farbe [Videonale.15]

Mit einer Kameraeinstellung auf die völlige Dunkelheit fängt der Film DAYS IN NIGHT an, nichts ist zu erkennen. Während die Augen sich an das fehlende Licht gewöhnen, bilden sich nach und nach Konturen und Schatten in der Finsternis und eine einsame Landschaft wird erkennbar. Die Stimme aus dem Off erzählt vom Alltag auf der Militär- und Forschungsbasis CFS Alert am Nordpol, wo ab Oktober bis in den frühen März die Tage ohne Sonnenlicht sind und dadurch ein Alltag in nächtlicher Dunkelheit gelebt wird. Durch die Intensivierung der Konturen und der statischen Einstellung strahlt der Film eine ruhige Langsamkeit in der alles umfassenden Nacht aus; die verschiedenen Sinne werden aktiviert und herausgefordert. Das Bewusstsein für den eigenen Körper und die Umgebung werden geschärft und führen zur inneren Ruhe des Zuschauers. Durch den Film kommen Kindheitserinnerungen hoch, an Momente in der Nacht, in denen man die Sterne gesucht hatte und mit dem Verstreichen der Zeit immer mehr entdeckte. Auch konnte man andere Konturen und Strukturen erkennen und freute sich, Vertrautes im Unvertrauten wiederzufinden. Doch kann der Zuschauer sich auf einen Sinn, seine Augen, verlassen? Die Plansequenz der nördlichsten Siedlung am Nordpol und die Ruhe aus den reduzierten visuellen Eindrücken des lichtarmen Himmels erzeugen eine positive und entspannte Haltung – im Kontrast dazu stehen jedoch die unwirtlichen und harten Lebensbedingungen, über die aus dem Off berichtet wird.

Siri Effelsberg

Thomas Kneubühler