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Ute Hörner & Mathias Antlfinger [Videonale.13]

Ute Hörner
* 1964 in Karlsruhe, lebt in Köln GER
Studium an der Akademie der bildenden Künste Stuttgart GER

 

Mathias Antlfinger
*1960 in Limburg an der Lahn, lebt in Köln GER
Studium an der Akademie der bildenden Künste Stuttgart GER und an der Kunstakademie Düsseldorf GER

  

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2012 Hörner/Antlfinger, Discrete Farms, Edith-Russ-Site for Media Art, Oldenburg GER
         Ars Electronica, AUS 2011 Live Wire. Art and Electricity, Shedhalle Zürich, SUI
2010 Visual Arts Projects Istanbul 2010, European Capital of Culture TUR
         Bilder in Bewegung, Künstler & Video_Film, Museum Ludwig, Köln GER
         transmediale 10, FUTURIY NOW! Berlin GER
2009 Videonale 12, Kunstmuseum Bonn GER
         EMAF, European Media Art Festival, Osnabrück GER
2008 5. Marler Video-Installations-Preis, Skulpturenmuseum Glaskasten, Marl GER
         Der blinde Fleck, Neue Gesellschaft für bildende Kunst, NGBK Berlin GER

 

www.h--a.org

 

Ute Hörner & Mathias Antlfinger [Videonale.13] x

Dream Water Wonderland, 2010, 3:30 min., Ton, s/w [Videonale.13]

Der Titel „Dream Water Wonderland“ verweist auf den Schnellen Brüter in Kalkar, der bis zum letzten Schaltkreis fertiggestellt wurde, aber nie ans Netz ging, und in dessen massivem Kühlturm sich heute das Kettenkarussell eines Vergnügungsparks dreht. Die Videoskulptur selbst setzt sich aus zwei übereinander gestapelten Plexiglasvitrinen in einem Stahlgestell und einer Projektion zusammen. Im oberen Teil steht ein Plattenspieler aus den 1970er Jahren. Aus dessen Zentrierstift wachsen nach oben Eiszapfen aus Plastik, und nach unten verlängert dreht sich wie ein Radarbalken eine maßstabsgetreue Abformung des Gangsystems eines Bergwerks, des Atommüllendlagers Asse II. Das auf die opake Rückwand projizierte Video zeigt in der ersten kurzen Einstellung den Kalkar-Kühlturm von außen, der mit der schematischen Malerei einer Bergkulisse dekoriert ist. Dann fliegt die Kamera mit den Sitzen des Karussells innen an der Betonwand entlang und erlaubt manchmal einen Blick in den Himmel. Eine Stimme aus dem Off erzählt von einem Vogel, den eine Person fangen will, aber die Logik der Geschichte verliert sich wie in einem Traum. Wie aus einer anderen Welt kommend wirkt auch der hallige Echo-Sound von Kinderstimmen, der ständig zu hören ist. Trotz dieser disparaten Themen verschmelzen der Plattenspieler mit seinen Auswüchsen, der kühle Look des schwarz-weißen Videos und die surreale Tonebene zu einer erstaunlich überzeugenden Einheit.

Georg Elben

Ute Hörner & Mathias Antlfinger