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Ran Huang [Videonale.13]

* 1982 in Xichang, Sichuan CHN, lebt und arbeitet in Beijing CHN 
Studium am Goldsmiths College, University of London GBR und am Birmingham Institute of Art and Design, Birmingham City University, Birmingham GBR

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2014 Ran Huang, Simon Lee Gallery, London GBR [S] 
2013 Current Films from Asia, Kino der Kunst, München GER 
2012 Disruptive Desires, Tranquility, and the Loss of Lucidity, Long March Space, Beijing CHN [S] 
2011 Thirty years of Chinese Contemporary Art. Moving Image in China 1988-2011, Minsheng Art Museum, Shanghai 
        CHN 
2010 Ran Huang, GEORGE POLKE, London, UK [S] 
2009 MOVE, Werkleitz, Halle GER

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Ran Huang [Videonale.13]

 

Ran Huang [Videonale.13] x

Blithe Tragedy, 2010, 14:52 Min., Farbe, Ton [Videonale.13]

In die konträren Rollen von Eroberer und Geisel eingeteilt, führt ein Mann mit einer schwarzen Fahne in der Hand sein gefesseltes Opfer durch den Wald. Die Ausstattung der beiden Figuren verstärkt den Eindruck eines grauenhaften Märchens. Der Herrscher trägt eine Nasenprothese, die bedrohlich hervorsteht und auf eine potenzielle sexuelle Gewalt verweist, die dieses Geschehen ausgelöst haben mag. Das Opfer ist halbnackt, um seinen Mund ein metallener Maulkorb, als Zeichen des Verstummens und der Unterwerfung. Am zweiten Ort des Videos, einem leeren und makellosen Innenraum, hat sich allerdings eine Umkehrung der Machtverhältnisse vollzogen. Jetzt ist der Herrscher, bewusstlos oder sogar tot, an einen Stuhl gefesselt. Er hat sein Nasenteil verloren und trägt stattdessen eine Ledermaske. Ohne Maulkorb und Fesseln läuft das ehemalige Opfer mit einem selbstbewussten Gesichtsausdruck frei herum. Der Blick in einen angrenzenden Raum zeigt einen Haufen toter Körper, alle mit Maulkörben um ihre Köpfe. So hätte das Opfer wohl auch enden können, aber irgendetwas ging schief in diesem Machtkampf. Ran Huangs Video liefert keine nachvollziehbaren Erklärungen, sondern überlässt es dem Betrachter, sich zu überlegen, zu welchem plausiblen Ende das Geschehen gelangt sein könnte. Gleichwohl dient das Schlussbild zweier kämpfender Hähne in einem Käfig ¨C der eine bringt den anderen dabei um ¨C als verdichtete Metapher für Huangs Parabel von Sexualität und Gewalt. 

Olena Chervonik

Ran Huang