Der Aufbau des Videoarchivs wurde unterstützt vom

Kontakt

Videonale e.V. Tel. +49 (0)228 77 62 21
im Kunstmuseum Bonn Tel. +49 (0)228 69 28 18
Friedrich-Ebert-Allee 2 Fax +49 (0)228 90 85 817
53113 Bonn  

Louis Henderson [Videonale.16]

*1983, in Norwich NOR, lebt und arbeitet in Lissabon POR
Studium am London College of Communication GBR, Le Fresnoy, studio national des arts contemporains inTourcoing FRA und der European School of Visual Arts in Angouleme/Poitiers FRA

Ausstellungen [Auswahl]:

2017 Polyphonic Worlds: Justice as Medium, Contour 8, Biennale of Moving Image, Mechelen BEL

2016 Kinesis, Espace Khiasma, Paris FRA [S]
         Co-op Dialogues 1966-2016: John Akomfrah and Louis Henderson, Tate Britain London GBR
2015 New Visions CPH:DOX 2015, Copenhagen DEN
         Projections, New York Film Festival, New York USA

 

Louis Henderson [Videonale.16] x

Black Code / Code Noir, 2015, 20:50 (Ausschnitt: 0:30)Min., Farbe, Ton [Videonale.16]

Louis Henderson dokumentiert in seiner Videoarbeit Black Code / Code Noir aktuelle Ereignisse mit einem Augenmerk auf historisch äquivalenten Elementen. Der daraus resultierende Film schichtet dem Internet entnommene Materialien so synchron übereinander, dass sich aus zunächst willkürlich erscheinenden Kombinationen neue Bedeutungszusammenhänge ergeben. Die disparaten Bilder historisch geprägter Orte unterstreicht Henderson mit aktuellen und historischen Audioaufnahmen wichtiger Persönlichkeiten wie Malcolm X, der Schauspielerin Martha Jean-Claude aus dem Film Simparele von Humberto Solar, aber auch Footwork-Rhythmen und feierlichem Gesang. Im Fokus des Werkes stehen der Tod der Afroamerikaner Kajieme Powell und Michael Brown, die beide 2014 von Polizeibeamten erschossen wurden. In collagenartigem Filmmaterial, wie Youtube-Clips, Handyvideos und Animationen des Tathergangs, werden sowohl die Todesfälle als auch nachfolgende gewaltsame Unruhen und friedliche Protestaktionen gezeigt. Ausgehend von einer Software für Polizisten zur Hilfe bei der Einschätzung von potenziellen Gefahrensituationen erörtert Henderson die Rolle und Macht von Technologien. Bringen diese Sicherheit oder dienen sie der Kontrolle? Entstehen Investitionen in innovative Projekte oder wird rassistisches Gedankengut zementiert, möglicherweise institutionalisiert? Henderson macht in seinem Film die Zeit als Kreislauf starker Momente, in festen zeitlichen und räumlichen Rahmen, mit ihren gesellschaftlichen Abläufen und in Bezug auf den Begriff der Aufklärung, geprägt von Geschichte, Politik und Technologie, erkennbar. Am Wichtigsten scheint die Erkenntnis unserer zeitlich-räumlichen Stellung innerhalb des zeitlosen Phänomens einer über Jahrhunderte und Kontinente hinweg beobachtbaren Darbietung von Rassismus gegen Dunkelhäutige als nicht endende Reaktion der Entwürdigung und des Widerstands.

Anne Greb

Louis Henderson [ Videonale.16 ]