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Tamara Grčić [Videonale.10]

*1964 in München GER, lebt und arbeitet in Frankfurt/Main GER und Wien AUT
Studium an der Universität Wien AUT, der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt/Main GER und der Städelschule Frankfurt/Main GER

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2013 Köln Skulptur #7, Skulpturenpark Köln GER
         zugunruhe, Städtische Galerie Nordhorn, Nordhorn GER [S]
2010 Kunstverein Friedrichshafen, Friedrichshafen GER
2009 Hellwach gegenwärtig, MARTA Herford, Herford GER
         Making Worlds,La Biennale di Venezia 53rd International Art Exhibition 2009, Venedig ITA
2008 alle Vögel fliegen hoch, Von der Heydt-Museum Wuppertal, Wuppertal GER
2007 Barbara Gross Galerie, München GER [S]

 

Tamara Grčić [Videonale.10] x

Im Auge, 2003, 3:58 Min, Farbe, ohne Ton [Videonale.10]

„Zu sehen ist, in einer ungeschnittenen Einstellung, ein Augenpaar, das sich im zögernden Übergang vom Wachen zum Schlafen befindet“, so die Künstlerin. Die Augen, die dem Betrachter frontal und in Großaufnahme gegenüber stehen, entziehen sich im Prozess des Einschlafens zunehmend seinem Blick und bewirken damit eine grundlegende Veränderung der Betrachterrolle: Ohne sein Zutun verwandelt er sich vom Partner zum Voyeur, vom gleichberechtigten Gegenüber zum Beobachter. Auf poetische und schlichte Weise gelingt Grcic eine präzise Reflektion über das Medium, dessen sie sich bedient, indem sie die tautologische Übereinstimmung von Bildmedium und Bildinhalt (video — lat. ‚ich sehe‛) in einen Gegensatz umschlagen lässt. In Anklang an Walter Benjamin, der die Erfahrung des Fotografierten als die des Mangels einer Erwiderung des eigenen Blicks durch die Kamera beschrieb, überträgt Grcic dieses Kräfteverhältnis nun auf den Betrachter, dessen Blick unerwidert zurückbleibt. Im Auge verbindet Grcics Interesse an Momenten des Flüchtigen und Transitorischen mit einer Erörterung des Verhältnisses zwischen Betrachter und Betrachtetem, Passivität und Aktivität, Autonomie und Abhängigkeit.

Dorothée Brill

Tamara Grčić