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Shaun Gladwell [Videonale.15]

* 1972 in Sydney AUS, lebt und arbeitet in London GBR
Studium am  Sydney College of the Arts AUS und der University of New South Wales, Sydney AUS

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2014 Field Recordings. Samstag Museum of Art, Adelaide, AUS [S]
         Shaun Gladwell. Afghanistan, Samstag Museum, Adelaide, AUS [S]
         Motopoétique, Lyon Museum of Contemporary Art, FRA
         Slide (Surf and Skate), Museu de Arte do Rio BRA
         On Dry Land, Negev Museum of Art, ISR
2013 Cycles of Radical Will, De La Warr Pavilion, Bexhill, GBR [S]
         Morning of the Earth, Anna Schwartz Gallery, Melbourne, AUS [S]
         Quand l’art prend la Ville (when Art Takes the City), Defacto, La Defense, FRA
         Cosmos unfolding in the foot locker/hurt locker, Season Projects, London, GBR [S]
2012 Broken Dance (Beatboxed), Art Gallery of New South Wales, Sydney, AUS [S]

 

Shaun Gladwell [Videonale.15] x

BMX Channel, 2013, 12:42 (0:46) Min., Ton, Farbe [Videonale.15]

Hinter einer südenglischen Promenade erstreckt sich ein graues Küstenpanorama. Vögel kreisen am Himmel. Unter britischer Flagge performt ein BMX-Fahrer in Zeitlupe. Er verleiht dem Prospekt durch seine Schwerelosigkeit etwas Monumentales. An der Küste von Bexhill (Sussex) beobachtet der Künstler und Extremsportler Shaun Gladwell seinen Kollegen Matti Hemmings. Flatland-BMX nennt sich die Freestyle- Disziplin, die Zuschauer faszinieren soll. Nur die Zeitlupe legt die für das Auge zu rapiden Bewegungen offen und erschafft durch Kontinuität gleichzeitig eine geradezu meditative Atmosphäre. Somit steht BMX CHANNEL im Kontrast zu herkömmlichen Videos der Extremsport-Szene, die mit häufig wechselnden Einstellungen und Settings einen besonderen Ereignischarakter hervorrufen. Gladwell greift Topoi aus Extremsport-Videos auf und entwickelt sie weiter. Er erweitert die Perspektive, belässt die filmische Einstellung unverändert. Der symmetrische Bildaufbau und ein anschwellendes Hintergrunddröhnen verleihen der Szenerie ihre Statik. Gladwells Protagonist bleibt anonym, wirkt in sich gekehrt. Seine Darstellung vermittelt somit vorrangig einen Selbstfindungsprozess. Gladwell erschafft ein für Paradigmen der Selbstdarstellung eher untypisches Bild, das dem Rezipienten eine vermeintlich passive Rolle zuschreibt, ihn durch die Slow-Motion-Ästhetik jedoch trotzdem miteinbezieht.

Nathalie Ladermann

Shaun Gladwell