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Max Grau [Videonale.16]

*1988, in Herrenberg GER, lebt und arbeitet in Berlin GER
Studium an der Kunsthochschule Weißensee Berlin GER, am Art Center College Pasadena in Los Angeles USA und an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken GER

Ausstellungen

2016 Any question, any answer leads into an ever branching network of possibilities State of the Art, Berlin
        GER [S]
        A Field Guide to Getting Lost Digital Art Centre of Taipei TWN
2015 Away Team Prince of Wales, München GER
        Have you awoken and found yourself dressed in someone else’s clothing without a prosaic explanation?           Art Center Pasadena, Los Angeles USA 

 

Max Grau [Videonale.16] x

"[...] craving for narrative" lässt sich einfach nicht gut übersetzen, 2015, 23:48 Min., Farbe, Ton [Videonale.16]

Wir sehen eine berühmte Filmszene aus Grease (Randal Kleiser, 1978) mit John Travolta und Olivia Newton-John in den Hauptrollen. Als 23-sekündige Endlosschleife wird immer wieder die gleiche Sequenz gezeigt. Der Tanz und vor allem die ansteckende Melodie, alles säuselt erneut um uns herum: Wir befinden uns in einem Loop.

Mit einem »hello« in schwarzer Schrift, das unter dem Video eingeblendet wird, werden wir begrüßt. Während wir noch versuchen, die merkwürdige Situation einzuordnen, fährt die Schrift fort, den Loop zu analysieren. Sie teilt uns eine auf die Szene bezogene Faszination des Künstlers mit, die in Obsession mündet. Ein weiteres Fenster wird eingeblendet, Youtube- Clips, Wikipedia-Einträge und andere visuelle Elemente veranschaulichen unbemerkte Details, die im Loop versteckt sind. Sie unterstützen das geschriebene Wort und öffnen eine neue Ebene der Interpretation. Ein desktopartig anmutender, virtueller Raum, in den uns das Video hineinführt, macht das möglich. Die Szenerie von Grease sei, so Max Grau selbst, der Ausgangspunkt für eine ausufernde Geschichte, in der persönliche und anekdotische Themen aus seiner Gedankenwelt mit theoretischen Fragen vermischt wurden. Inwieweit wir dem Tempo der Erzählung folgen, uns den sprunghaften Anekdoten über Themen wie Popkultur, Nostalgie und Internetphänomenen hingeben oder uns doch weiter in der ›loopyness‹ des Loops weiterdrehen wollen, ist uns selbst überlassen. Als eingebundene Subjekte der Narration, sind wir dabei dem Geschehen stets so nah, dass ein Gefühl von Intimität entsteht. Absurd, wenn man bedenkt, dass wir nur Schrift vor uns haben, aber kein Gesicht, keine Stimme – abgesehen vom eingängigen Gesang Travoltas natürlich.

Eva Laumen-Joeres

Max Grau [ Videonale.16 ]