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Fabien Giraud & Raphaël [Videonale.15]

* 1981 und 1980, leben und arbeiten in Paris FRA
Studium an der École Nationale Supérieure des Arts Décoratifs Paris FRA und Le Fresnoy, Tourcoing FRA 

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2014 Prospectif Cinéma, Cinéma 1, Centre Pompidou, Paris, FRA
         The Unmanned, CIAP, Ile de Vassivière, FRA
         The Unmanned, VOX – Centre de l’image contemporaine, Montréal, CAN
         The Unmanned, Casino Luxembourg, LUX
2013 I Look To You And I See Nothing, Sharjah Art Foundation, Sharjah, UAE
         Beam in Thine Own Eye, MONA, Hobart, Tasmanie, AUS
         Fabien Giraud & Raphaël Siboni, Hors-Pistes festival, Centre Pompidou, Paris, FRA
2010 Repetition ISLand, Centre Pompidou, Paris, FRA
         La Condition I Le Barrage, Galerie Loevenbruck, Paris, FRA
         Dynasty, Palais de Tokyo – Musée d’Art moderne de la Ville de Paris, FRA

 

Fabien Giraud & Raphaël [Videonale.15] x

Bassae Bassae, 2014, 9 min., Ton, Farbe [Videonale.15]

Aus der Ferne nichts als ein weißes Zelt in hoher Einöde. Im Inneren die Reste des Apollon- Tempels auf der griechischen Peloponnes in der Nähe von Bassae. Die kryptische Dopplung im Titel der Videoarbeit verweist auf die filmische Vorlage, den 1964 entstandenen Film BASSAE von Jean-Daniel Pollet, der den damals noch frei liegenden Tempel dokumentierte und filmisch inszenierte. Fabien Giraud und Raphaël Siboni reinszenieren Pollets Film in großer Detailtreue, verzichten aber auf dessen Sprecherstimme aus dem Off. Der seit 1987 eingehauste Tempel erscheint immer wieder in der Totalen, inmitten der Berglandschaft Arkadiens, von der Morgen- bis zur Abenddämmerung, in der Spanne eines Tages. Ein weißes Zelt aus weiter Distanz, in wechselndem Licht, begleitet von Naturgeräuschen, singenden Vögeln, dem Rauschen des Windes. Er ist sichtbar unsichtbar, isoliert von der Schönheit der weiten Landschaft. Durch die Schnittwechsel ins Innere des Zelts aber immer wieder auch ganz nah. Die Kamera gleitet mühelos durch die Relikte der Vergangenheit. Ruhig und geschmeidig. Dicht heran an Bodenplatten, entlang an Säulen, Kanneluren, ihren Rissen und Brüchen. Die Kamera dokumentiert, tastet ab, berührt vorsichtig, schleicht sich durch die Säulenreihen. Den Stein kann man fast fühlen. Dröhnender Sound. Dumpfes Grollen. Mystisches Wummern. Verlorenes erscheint unter weißer Haube. Zeltmembran schützt Stein und ist selbst schon schutzbedürftiges Monument. Wo einst gebetet wurde, wird jetzt gebuddelt und restauriert. Wurde. Die Baustelle ist still gelegt. Die Lebenden betten sich zur Ruhe. Und wie steht es um die Götter?

Kollektiv

Fabien Giraud & Raphaël Siboni