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Christine de la Garenne [Videonale.11]

*1973 in Karlsruhe, lebt in Berlin GER
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künstle Karlsruhe GER und an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe GER

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2012 Moving Surface, Künstlerforum Bonn GER
         HORS CADRE. Swiss film experiments. Cinématheque Suisse, Casino de Montbenon, Lausanne SUI
2011 A Peek into China, Galerie Inken Wackernah, Karlsruhe GER  [S]
         Illuminations - 54. Biennale di Venezia, IILA Lateinamerikanischer Pavillon: Entre Siempre Y Jamas,
         Venice IT

2010 Menos Tiempo Que Lugar, Palais de Glace, Buenos Aires ARG

2009 Christine de la Garenne – Palm Springs, Galerie Belle de Jour, Baden- Baden GER [S]

2008 Christine de la Garenne, Galerie Duve, Berlin GER [S]

2007 Christine de la Garenne, INVIDEO, Milano ITA [S]
         Neobiota, Städtische Galerie Wolfsburg GER [S]

 

www.christinedelagarenne.de

 

Christine de la Garenne [Videonale.11] x

Bokker, 2006, 4:53 min, Ton, Farbe [Videonale.11]

Das Video Bokker von Christine de la Garenne entstand als ein Teil einer Doppelprojektion im Rahmen des Projekts "Bejing Case - Kultur des High Speed Urbanismus", an dem die Künstlerin während eines Stipendienaufenthalts in Peking teilnahm. Der Loop zeigt einen chinesischen Jungen, der sich immerzu auf einem Bock dreht. Lediglich mit Shorts bekleidet, konzentriert der Athlet dabei jede Muskelfaser auf den Akt der artistischen Körperbeherrschung. Das rhythmische Geräusch seiner Handbewegungen sowie begleitende an- und abschwellende Atemlaute unterstreichen die mechanische Sogkraft der scheinbar endlosen Wiederholung. Die durchgängig frontale Einstellung auf der Höhe des Turners zeigt dessen Kopf sowie die rotierenden Füße im wechselnden Anschnitt und sorgt mithin für ein symmetrisches Gleichgewicht der Bildkomposition. Chromatisch sticht das intensive Blau der Hose hervor, das sich auch in der Farbskala des Hintergrunds wiederfindet. Die vordergründige Eintönigkeit der Bewegung wird indessen durch feine Variationen in der Geschwindigkeit sowie durch eine Oszillation von Synchronität und Asynchronität der Tonspur gebrochen. Mit der Überhöhung eines banalen Akts durch dessen ad absurdum geführte Wiederholung gelingt Christine de la Garenne ein subtiles Werk, das nicht nur Auge und Gehör verunsichert, sondern auch eine politische Reflexion bietet.

Frederik Geisler

Christine de la Garenne