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Charlotte Ginsborg [Videonale.12]

* 1974 in London GBR, lebt in London GBR
Studium am Goldsmiths College, London University, London GBR 
und am Central Saint Martins College Of Art and Design, London GBR

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2012 Fotografia Europa 012, Reggio Emillio ITA
        D-Air, Performing Worlds, Hannah Maclure Centre, Dundee GBR

2011 Staging Documentary, Kunsthalle lothringer13, München GER

2010 Bucharest Biennale, Bukarest ROU

2009 Basis, Frankfurt am Main GER [S]
        Experimental Film & Video Festival, Seoul KOR
        The Secret Life of Space, Architecture Museum, Warschau POL

2008 Intrappolati nello Specchio, Spazio Pubblico Arte Contemporanea, Villa di Toppo Florio, Udine ITA [S]
        Women with Vision, Walker Art Center, Minneapolis USA
        Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest, Kassel GER

2007 Lux Salon, Lux, London GBR [S]
        Shadows Film Festival, Amsterdam NED


www.charlotteginsborg.com/

 

Charlotte Ginsborg [Videonale.12] x

The Mirroring Cure, 2008, 27:00 min, Ton, Farbe [Videonale.12]

The Mirroring Cure ist ein Dokumentarfilm, der, thematisch um das Element der Wiederholung kreisend, mit einer kräftigen Portion Fiktion und subjektivem Symbolismus versehen ist. Charlotte Ginsborg drehte ihre Arbeit vor dem Hintergrund einer Hochhaus-Baustelle in London. Eine Frau, die im Empfangsbereich arbeitet, fährt den Zuschauer ins Thema ein. Sie will die Bauarbeiter befragen, um den Erfolgstrieb bei der Arbeit zu untersuchen. Ehrgeiz, Einsamkeit und Tagträumereien entwickeln sich unerwarteterweise zu den wesentlichen Inhalten. Als der Design Manager zum Thema Ausgeglichenheit befragt wird, spricht er in seiner überraschenden Antwort über seinen gesundheitlichen Zustand. Im Alter von 20 Jahren verlor er das Gefühl in den Händen, geriet aus dem Gleichgewicht und stürzte. In einer selbst erfundenen Heilmethode für sein Ungleichgewicht betrachtete er während der Abriss- und Aufbauphase seine Kollegen, insbesondere wie sie ihre Hände und Körper benutzen. Als besonders faszinierend empfand der Manager die Momente, in denen seine Mitmenschen ihre Rolle ablegen und sie selbst werden. Als das Gebäude fast fertig ist, entdeckt er eine weitere Heilmethode, während er mit einem Bauarbeiter im Aufzug fährt. Angesichts eines nahenden Schwächeanfalls beginnt er, die Bewegungen des anderen Mannes zu imitieren. Für diese Art der Spiegelung bedarf es starker Konzentration, doch sie befreit ihn nicht nur von seinen körperlichen Beschwerden, sondern sie verstärkt auch das Gefühl der Zugehörigkeit. Der Akt des Spiegelns wird bei Ginsborg vielfältig thematisiert. Die Geste der Empfangsdame, wie sie langsam ihren Hals streckt, verloren in Tagträumen und doch sehr präsent, wird zu einem hypnotischen Symbol für die Rolle der Arbeit im persönlichen Kontext.

Misti Wilson

Charlotte Ginsborg