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Beate Geissler & Oliver Sann [Videonale.11]

BEATE GEISSLER 
*1970 Neuendettelsau GER, lebt in Chicago USA
Studium an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt GER an der Staatlichen Fachakademie für Fotodesign, München GER und an der Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe GER

 

OLIVER SANN 
*1968 in Düsseldorf GER, lebt in Chicago USA
Studium an der Staatlichen Fachakademie für Fotodesign, München GER und an der Kunsthochschule für Medien Köln GER

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2011 Neue Gesellschaft für bildende Kunst, Berlin, GER [S]
         Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken, GER [S]
         Brief Histories, Sharjah University City, Sharja, UAE

2010 night light, Laumeier Sculpture Park, St. Louis, USA
         The real estate, Museum of Contemporary Photography Chicago, USA [S]
         personal kill, Kunstverein Bremerhaven, GER

2009 Several Silences, Renaissance Society, Chicago, USA

2008 who is who, Galerie Carol Johnssen, GER
         Dreamberries – between dream and trauma, Westfälischer Kunstverein, Münster, GER

2007 Wargraphics from Otto Dix + contemporay videoart from Russia and Germany, Goethe Institute, Smolny

         Institut, St. Petersburg, RUS

 

 

http://geisslersann.com/

 

http://www.kuenstlerhaus-saar.de/index.php/geissler-sann.html

Kurze Beschreibung zu “fuck the war”.

 

http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2007/03/24/a0037

Artikel zur Videonale 11, u.a. zu  “fuck the war”

 

Beate Geissler & Oliver Sann [Videonale.11] x

fuck the war, 2006, 3:56 min., Ton, Farbe [Videonale.11]

fuck the war ist in kindlicher Schrift auf die verschmutzte Wand im Inneren eines verlassenen Autohauses gesprüht. Kinder sind es auch, die in Tarnkleidung und mit Spielzeug-Maschinenpistolen ausgerüstet Krieg spielen. Der Graffiti-Schriftzug, der auch den Titel der Arbeit von Beate Geissler und Oliver Sann stellt, schwebt zwischen punkigem Trotz und politischer Aussage. Ist es als eine Absage an die Kampfform der Erwachsenen zu verstehen, wenn die kleinen Jungen die Maschinenpistole gegen eine Eisenstange austauschen und nicht mehr gegeneinander kämpfen, sondern stattdessen auf eine Waschmaschine einschlagen? Die Lust an der Gewalt bleibt indessen bestehen und findet im rhythmischen Schlagen der Metallstangen eine brutale akustische Komponente. Wie das Auge der Kamera wird der Betrachter zum passiven Voyeur, der das Geschehen, das zwischen Spaß und Aggression pendelt, verfolgt. Das Bewusstsein für den kleinen Schritt vom verharmlosenden Spiel hin zur tödlichen Realität, wie sie tagtäglich in den Medien thematisiert wird, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Der Dichter und Wissenschaftler Georg Büchner stellte angesichts der in der Weltgeschichte immer wiederkehrenden Gewalttaten die beunruhigende Frage, die auch in fuck the War latent mitschwingt: "Was ist das, was in uns lügt, hurt, stiehlt und mordet?"

Cécile Zachlod

Beate Geissler & Oliver Sann