Der Aufbau des Videoarchivs wurde unterstützt vom

Kontakt

Videonale e.V. Tel. +49 (0)228 77 62 21
im Kunstmuseum Bonn Tel. +49 (0)228 69 28 18
Friedrich-Ebert-Allee 2 Fax +49 (0)228 90 85 817
53113 Bonn  

Alex Gerbaulet [Videonale.16]

* 1977 in Salzgitter GER, lebt und arbeitet in Berlin GER
Studium an der Technischen Universität Braunschweig GER, Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig GER und der Universität Wien AUT

Ausstellungen [Auswahl]:


2016 transmediale Berlin GER
         Vienne Independant Shorts AUT
         Moscoq International Experimental Film Festival RUS
         Belo Horizonte International Short Film Festival BRA

2015 Internationale Kurzfilmtage Oberhausen GER
         FID Marseille FRA
         Doclisboa, Lisbon POR

www.alexgerbaulet.de

 

Alex Gerbaulet [Videonale.16] x

SCHICHT, 2015, 28:30 [Ausschnitt: 07:26] Min., Farbe & s/w, Ton [Videonale.16]

SCHICHT ist eine dokumentarische Collage. Bild um Bild fügen sich die Skizzen dreier Geschichten zusammen, die untrennbar miteinander verwoben scheinen: die Geschichte Deutschlands, die Geschichte des Bergwerks rund um Schacht Konrad in Salzgitter und die Geschichte der Familie Gerbaulet. Der Film schlägt einen Bogen vom Startschuss des Kohleabbaus in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis zur Atommüllendlagerung im stillgelegten Schacht Konrad in der Gegenwart; er geht den Spuren und Überresten der Geschichte nach, die sich in Form von Architektur, Fotografien, Tagebucheinträgen und Fotos überall in der Stadt abgelagert haben. Regisseurin Alex Gerbaulet präsentiert einen dicht gewebten Teppich aus Erinnerungen. Im Rückblick verschwimmen öffentliche und private Sphäre. Aufnahmen aus dem Bildfundus der Familie wechseln sich ab mit Archivaufnahmen; autobiographische Momente vermischen sich mit Regionalgeschichte und Bildern aus dem kollektiven Gedächtnis. Aus einer Kombination von Found Footage und eigenen Aufnahmen entwickelt Gerbaulet ein Mosaik, das anmutet wie eine Archäologie des Alltags der Nachkriegsgeneration. Bilder, die den Blick auf die Geschichte hinter der Idylle der akkuraten Vorgärten der Siedlungsbebauung der 1950er Jahre freigeben: die Montanindustrie, die das Material für den zweiten Weltkrieg, den Wiederaufbau und das Wirtschaftswachstum aus der Erde holte, die normierten Mustersiedlungen, die für die Arbeiter entstanden, die eigene Familie mitten im Wirtschaftswunder. Nicht chronologisch kreisen die Fragmente des öffentlichen und des privaten Erinnerns um den Untergrund der Stadt: hier höhlten die Hermann-Göring-Werke den Grund aus, hier wurden die KZ-Häftlinge im Abraum der Mine verscharrt, hier arbeitete der Vater unter Tage, hier ist die Mutter begraben und hier soll der Atommüll endgelagert werden.

Lisa Weber

Die vollständige Arbeit kann bei der Künstlerin angefragt werden.

Alex Gerbaulet