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Jana Eske [Videonale 10]

* 1978 in Marburg GER, lebt in Berlin GER
Studium am Bard College (Center for Curatorial Studies), New York USA, an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung/ZKM in Karlsruhe GER und an der Hochschule für Kunst und Design in Helsinki FIN

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2012 Jäger und Gejagte, Villa Rot, Burgfrieden GER

2011 Zwischen Räumen, Kunstverein Göttingen GER

2010 RÖMER IX – [Don´t] Merchandise Me, Akademie Schloss Solitude, Stuttgart GER

2009 Show Off / sélection, Galerie Les Filles du Calvaire, Paris FRA

2008 Moscow International Biennale for Young Art “Qui vive?”, Moskau RUS

        Show Off, Espace Pierre Cardin, Paris FRA 

2007 Play, Paper, Scissors - A journey to everyday objects, Alvar Aalto Museum, Helsinki FIN
        100 Tage = 100 Videos, GL Strand, Kopenhagen, DEN 

 

Jana Eske [Videonale.10] x

Fracht, 2003, 0:40 Min, ohne Ton, Farbe [Videonale.10]

Das unbewegte Monitorbild zeigt den Ausschnitt einer weißen, gleichmäßig gerasterten Fläche, deren Quadrate sich nach hinten verjüngen. Von links tritt eine Ameise rückwärts in das Bild, eine tote Hummel hinter sich herziehend. Ohne einen Moment des Verweilens durchquert das Insekt mit seiner überdimensionalen Fracht den Bildausschnitt, um ihn auf der rechten Seite sogleich wieder zu verlassen. Das Bild hellt sich kurz zu einem lichten Weiß auf, bevor der Vorgang von Neuem beginnt.
Das Verhältnis von Körper und Raum ist ein wiederkehrendes Thema in den Videoarbeiten von Jana Eske. Dabei beschränkt sie sich in ihren Bildern meist auf einen kleinen, jedem Kontext enthobenen Raumausschnitt, um ihre Beobachtungen anhand von Inszenierungen oder Momentaufnahmen vorzuführen. Ihr besonderes Interesse gilt dabei dem Menschen und den ihn als solchen auszeichnenden Eigenarten. So gesehen ist es nur folgerichtig, hier von einem „Auftritt“ der Ameise zu sprechen: Lässt die Darbietung zunächst noch Bewunderung für die fast übernatürlich erscheinende Kraft des kleinen Arbeitstieres aufkommen, so erhält sein Tun durch die unendliche Wiederholung im Loop bald den grotesken Charakter eines unermüdlichen, aber letztlich sinnentleerten, ziellosen Schaffens.

Simone Jung

Jana Eske