Der Aufbau des Videoarchivs wurde unterstützt vom

Kontakt

Videonale e.V. Tel. +49 (0)228 77 62 21
im Kunstmuseum Bonn Tel. +49 (0)228 69 28 18
Friedrich-Ebert-Allee 2 Fax +49 (0)228 90 85 817
53113 Bonn  

Shezad Dawood [Videonale.13]

* 1974 in London GBR, lebt in London GBR
Studium an der Leeds Metropolitan University, Leeds GBR, am Royal College of Art, London GBR und am Central St Martin's College of Art & Design, London GBR

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2012 Piercing Brightness, Modern Art Oxford, Oxford GBR [S]
         Cosmic Beach, Galerie Gabriel Rolt, Amsterdam NED [S]

2011 New Dream Machine Project, LAppartement22, Rabat MAR [S]
         Foundation, Kuwait KUW

2010 The Jewels of Aptor, Paradise Row, London GBR [S]
         Cities of the Future, Chemould Prescott Road, Mumbai IND [S]
         Rude Britannia: British Comic Art, Tate Britain, London GBR

2009 I Knew I Should Have Taken that Right Turn at Albuquerque, Washington Garcia, Glasgow GBR [S]

2008 Until the End of the World, The Third Line, Dubai UAE [S]
         The End of Civilisation, Axel Lapp Projects, Berlin GER [S]

 

www.shezaddawood.com

 

Shezad Dawood [Videonale.13] x

Feature, 2008, 55:00 (7:00) min., Ton, Farbe [Videonale.13]

Shezad Dawoods Feature spielt mit der unperfekten Mimesis von Genreelementen aus Western- und Zombiefilmen. Die Abweichung wird gezielt als Mittel eingesetzt, um Gattungstraditionen grundsätzlich zu hinterfragen. Durch die Umkehrung der Stereotype, die vage narrative Struktur sowie die Diskrepanz zwischen Kulisse und Figur sticht der verfremdende Effekt deutlich hervor: Fetisch-Cowboys, die die Verkehrung des Cowboy-Fetisches im wortwörtlichen Sinne verkörpern, die Auflösung einer nachvollziehbaren Kausalität, das plötzliche Erscheinen des Hindu-Gottes Krishna sowie der nordeuropäischen Göttin Walküre vor einer Western-Kulisse, die ebenso unpassend mitten in britischer Idylle steht. Das alles wirkt selbstreferenziell, bekannt und zugleich befremdlich wie der zweite Teil von Goethes Faust. Darüber hinaus stellt der Künstler die Möglichkeit einer eindeutigen Interpretation in einer provokativen, aber dennoch humorvollen Weise infrage: Ein Filmkritiker mit indianischem Federschmuck auf dem Kopf erzählt von Film Noir, Kameratechnik und Mythen. Doch seine Thesen zum Film vergrößern eher die Diskrepanz zwischen Zuschauer und Leinwand. Durch das Spiel mit den Erwartungen des Zuschauers hält Feature – trotz ruhiger Kamerabewegungen und poetischer Bildsprache – die Spannung aufrecht.

Sung Un Gang

Shezad Dawood