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Andrew Cooke [Videonale.12]

*1972, Crewe GBR, Sheffield GBR
Studium an der Sheffield Hallam University GBR

Auszeichnungen [Auswahl]:

2002 Großer Preis von San Marino

Ausstellungen [Auswahl]:

2012 Work and Pleasure. Kunstverein Schwerin GER
2009 Project Biennale. Book project. Launched Venice Biennale, ITA
  happenstance. Sylvester Space. Sheffield GBR
  Introviews. Tank TV.
2008 A Modest Proposal, Northern Gallery for Contemporary Art, Sunderland GBR
  Yes No Other Options, Millennium Gallery, Sheffield GBR
2007 Performances under Working Conditions, END Gallery, Sheffield GBR [S]
2005 Maxi 5, artist film and video festival, London GBR
 

Andrew Cooke [Videonale.12] x

Under Working Conditions, 2006, 2:25, Farbe, Ton [Videonale.12]

Andrew Cooke präsentiert sich in seinem Video Performance under Working Conditions als menschlicher Staubsauger. Dazu kriecht er auf Händen und Knien, die Stirn nicht vom Boden hebend, über einen Teppich. Er ahmt mit seiner Stimme das Geräusch des Staubsaugers nach. Sowohl die Ausstattung des Zimmers als auch die Kleidung des Künstlers weisen dabei auf ärmliche Verhältnisse hin. Die Szene könnte zunächst humoristisch wirken. Doch wird das komische Moment durch die Perspektive der Kamera vereitelt. Die statische, auf dem Boden liegende Kamera, bringt den Zuschauer auf die Augenhöhe des Künstlers und lässt ihn so das Geschehen aus dessen Sicht miterleben. Vor dem Hintergrund, dass Cooke dieses Hotelzimmer selbst bewohnt und als Reinigungskraft für das Hotel arbeitet, wird die sozialkritische Intention der Performance deutlich. Das Video lässt zwei Deutungsebenen zu; zum einen greift Cooke die Missstände auf, denen einfache Dienstkräfte tagtäglich ausgesetzt sind. Diese zeigen sich in schlechten Arbeitsbedingungen und mangelndem Respekt, nicht nur von Seiten des Arbeitgebers, sondern auch der Gesellschaft. Der Künstler drückt dies in seiner devoten Körperhaltung aus, die darüber hinaus veranschaulicht, dass sich aus dieser Unterordnung der Verlust von Würde, Status und Respekt entwickelt. Zum anderen formuliert der Künstler mit seiner Performance eine subtile Anleitung zur Auflehnung gegen diese Misere. Die Körperhaltung kann insofern auch als Trotz gelesen werden. Dieser nicht greifbare, stille Widerstand verspricht nach Meinung des Künstlers mehr Erfolg als der offene Protest.

Marion Klein-Hitpass

Andrew Cooke [ Videonale.12 ]