Der Aufbau des Videoarchivs wurde unterstützt vom

Kontakt

Videonale e.V. Tel. +49 (0)228 77 62 21
im Kunstmuseum Bonn Tel. +49 (0)228 69 28 18
Friedrich-Ebert-Allee 2 Fax +49 (0)228 90 85 817
53113 Bonn  

Manon de Boer [Videonale.12]

*1966 in NED, lebt in Brüssel BEL

2009 Videonale 12 Award

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2012 dOCUMENTA (13), Kassel GER

2011 Masterpieces in the MAS. Five centuries of images in Antwerp, MAS, Antwerpen BEL

         Think about Wood, Think about Metal, Jan Mot, Brussels,BEL [S]

2010 Projections Bonniers Konsthall, Stockholm SWE

2009 Chance Encounters: Manon de Boer, Tim Braden, Pablo Pijnappel, Karin Schneider, LUDLOW 38 New      
         York USA

2008 Manon de Boer, Witte de With, Rotterdam NED [S]

         5. Berlin Biennale, Berlin GER

2007 52. Venedig Biennale, Venedig ITA

         International and National Projects, PS1, New York USA

         Open Archive, Argos, Brüssel BEL

 

http://www.janmot.com/manon_de_boer/

 

Manon de Boer [Videonale.12] x

Attica, 2008, 10:00 min, Ton, Schwarz-Weiß [Videonale.12]

Manon de Boers Videoarbeit Attica ist in der visuellen Umsetzung zweier politisch aufgeladener Kompositionen des Amerikaners Frederic Rzewski eine vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Thema Zeit und Zeiterfahrung. Der in grobkörnigem Schwarzweiß gehaltene Film beginnt unvermittelt mit den letzten Takten des Stückes "Coming Together", der Vertonung eines Briefes des in Attica einsitzenden Sam Melville, der zu den Anstiftern der Gefängnisrevolte von 1971 gehörte. Sie endete mit über 40 Toten, darunter Melville selbst. Die Kamera fährt zunächst langsam über die einzelnen Musiker hin und her, bleibt während des einleitenden Monologs zu Attica auf dem Sprecher ruhen und dreht sich schließlich über die verbleibende Dauer der Darbietung einmal um 360°. Dieser langsame Kameraschwenk durch ein unbestimmtes, graues Zwielicht unterstreicht die zirkuläre Struktur der Musik und erzeugt im Betrachter einen Eindruck von statischer Zeitlosigkeit und Desorientierung, wie ihn vielleicht auch die Insassen von Attica erfahren haben mögen. Der sanfte, nahezu pastorale Charakter der Musik steht jedoch in einem verstörenden Kontrast zum resignativen Ton der dem Stück als Grundlage dienenden Aussage Richard X. Clarks, eines weiteren Anführers der Revolte, auf die Frage eines Journalisten, wie er sich denn nach seiner Entlassung fühle, da er Attica nun hinter sich ließe: "Attica is in front of me". 

Sayaka Honsho, Misti Wilson

 

 

Manon de Boer