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Helen Benigson [Videonale.14]

*1985, lebt und arbeitet in London GBR
Studium an der Slate School of Fine Art, London GBR

 

Ausstellungen [Auswahl]:


2012 Talmy, London Jewish Film Festival, The Tricycle Cinema, London GBR [S]
         Palm Trees and Poker Players, James Hockey and Foyer Galleries, Public Gallery, The University of      
         the Creative Arts, Farnham, Surrey GBR [S]
         Tenderpixel Film Festival, London GBR
2011 The Future Queen of the Screen, ROLLO Contemporary Art, London, GBR [S]
         Princess Belsize Dollar, Lucky PDF, Frieze Art Fair, London GBR
         Gewaltopia and Other Places, Flat Time House, London GBR
2010 Swimming to the Roses, Irma Stern Museum, Public Museum, Cape Town RSA [S] 

 

Helen Benigson [Videonale.14] x

The Future Queen of the Screen, 2011, 9:18 min., Ton, Farbe [Videonale.14]

Video-Ausschnitt


Das bisher umfangreichste Video der Engländerin Helen Benigson, „The Future Queen of the Screen“, kombiniert konträre Bildwelten: Londons südlicher Stadtbezirk Peckham sowie das Strandpanorama des Toten Meeres alternieren mit einer virtuellen Wüstenlandschaft. Zwei Hip-Hop Tänzerinnen fungieren als Hauptakteurinnen, die sich sowohl in realen als auch in fiktiven Tanzwettbewerben in Form von Avataren duellieren und ihre Choreographien bei einer Internetplattform einstellen. Unterbrochen wird diese narrative Montage von Sequenzen, die eine im Meer treibende junge Frau zeigen, welche die Künstlerin selbst figuriert. Benigsons Videokunst zeichnet sich durch eine komplexe visuelle Bildsprache aus. Übersättigte Farben und partiell psychedelische Elemente fügen sich zu collageartigen Passagen, in denen sich Naturimpressionen mit aggressiven Hip-Hop-Gesten mischen. Besonders evident wird hierbei der Antagonismus von „wet and dry“, den die Textzeilen und Bildabfolge akzentuieren. Zudem werden feminine Attribute wie Abstufungen von pinkfarbenen Einfärbungen der Aufnahmen, Überblendungen mit überdimensionierten Sushi-Happen, Rosenblüten sowie der weibliche Körper offensiv eingesetzt. Die polemische Interaktion von Bildmaterial, Off-Kommentar und musikalischer Untermalung mittels Sprechgesang von Benigsons Alter Ego „Princess Belsize Dollar“ evoziert fortwährend sexuelle Konnotationen und rekurriert provokativ auf den Umgang mit weiblicher Sexualität im Zeitalter des Internet.

Ann-Kathrin Täuber

Helen Benigson