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Ascan Breuer [Videonale.13]

* 1975 in Hamburg GER, lebt in Wien AUT und Köln GER
Studium an der Universität Wien AUT und an der Kunsthochschule für Medien Köln GER
2005 Beste Dokumentation der Diagonale für „Forst“

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2011 KINO! 2011. New Films from Germany, The Museum of Modern Art New York USA

2010 Berlinale, Berlin GER

        Festival de Cannes FRA

2005 Diagonale Graz AUT

 

Filmografie: 

 

2013 Jakarta Disorder

2011 Das ganze Stadion (Drehbuch)

        Tehran - Lost & Found

2010 Paradise Later

2009 The Kurukshetra-Report

2005 Forst

 

Ascan Breuer [Videonale.13] x

Paradise Later, 2010, 13:20 min., Ton, Farbe [Videonale.13]


Die Kamerafahrt folgt dem trägen Flusslauf einer tropischen Metropole. Das Ufer ist bedeckt von Müll und Schrott, zwischen dem Ziegen grasen und auf dem sich Wellblechsiedlungen bis zum Wasser ziehen. Fischer versuchen der braunen Flut Essbares abzuringen, spielende Kinder planschen lachend im Wasser. Im Off hören wir den Jahresbericht eines Handelsvertreters, der seine Zweifel und Klagen über seine Tätigkeit im Laufe der Fahrt immer deutlicher zum Ausdruck bringt. Und wir sitzen auch mit im Boot! Der fast dokumentarische Blick der Kamera von Victor Jaschke wird immer wieder durchbrochen durch Schwarzbild-Sequenzen, die wie ein Innehalten wirken. Auf der Tonebene stehen die natürlichen Geräusche der Stimmen am Fluss im Kontrast zu dem synthetisch-dramatischen Klangteppich von Ascan Breuers Film. Die verwendeten Zitate aus Joseph Conrads Erzählung Heart of Darkness von 1899 über eine apokalyptische Bootsfahrt erzeugen einen unkonventionell kritischen Blick auf die Eroberung der Welt im Namen der Globalisierung und der marktwirtschaftlichen Gesetze. Der Traum von Macht und Erfolg im existenziellen Kampf um die Rettung der eigenen Seele untermalt durch Conrads Worte das Sichtbare des Films fast vorwurfsvoll moralisierend. Zuletzt bleibt die Frage: “Why aren´t You coming after us?” – als ein Ruf nach der eigenen Verantwortung, und das Paradies kommt später.

Lukas Harlan

Ascan Breuer