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Ale Bachlechner [Videonale.16]

, lebt und arbeitet in Köln GER

Ausstellungen [Auswahl]:

2015 What Subject Can We Sensibly Discuss, Art Cologne GER
         Pop-Up, Het Bos, antwerpen BEL
2014 Eden Was Never So Close, Art Cologne GER
         Kombi 2, Kunstquartier Bethanien, Berlin GER
         Full Saturation, Kunstpavillion München GER
2013 Inspite of the Night, Bauhaus Dessau GER

 

Ale Bachlechner [Videonale.16] x

This Is Not A Competition, 2016, 09:15 Min., Farbe, Ton [Videonale.16]

In simplen Lettern prangt die Aufschrift »this is not a competition« auf der Tür, die man zu Anfang von Ale Bachlechners dokumentarischer Videoarbeit zur gleichnamigen Performance-Installation durchtritt. Im Inneren durchläuft man als Teilnehmer*in eines Coachings in verschiedenen Räumen ein Programm zur Entfaltung und Steigerung der »personal performance« – das Thema dabei: »competition«.

Während des Programms bewegen sich die Teilnehmenden konstant in einem Spannungsfeld zwischen Geschütztheit und Verletzlichkeit. Stationen des Coachings und des Trainings vermischen sich unmittelbar mit denen der Bewerbung und des Wettbewerbs. Zunächst scheint die Szenerie einen geschützten Raum zu liefern: Gedimmtes Licht beleuchtet die zartrosa gestrichenen Wände des Empfangsraumes, dazu der Rezeptionist, der, in grau und rosa gekleidet, fast übermäßig sanft flüstert. Heimeligkeit will sich jedoch nicht einstellen, die Atmosphäre scheint suspekt, die Geborgenheit zu gewollt. Der auffällige, hellrote Lippenstift des Rezeptionisten strahlt Befremdlichkeit aus und ist ein Hinweis auf die Leistungsorientiertheit, die einen in diesen Räumen erwartet. Im Verlauf des Videos entfaltet sich die Natur des Programms: Wenn darauf hingewiesen wird, dass jede Antwort verarbeitet, jede Sitzung gefilmt und jede Performance gesehen wird, wird deutlich, dass ein gesundes, unbeschwertes Verhältnis zur eigenen Performance durch Beobachtung und Beurteilung – auch durch die eigene – unterdrückt wird. Beobachtung bedeutet Beurteilung bedeutet (auf Leistung) gerichtetes Handeln.

Die Praxis des Performens besteht einerseits als kreativer Akt des Selbstausdrucks und ist in einer zweiten Bedeutung Grundlage von kapitalistischer Leistungsbereitschaft, Selbstvermarktung und künstlerischem Unternehmertum, die hier in erster Linie gefördert werden. Am Ende des Films steht eine Erkenntnis, die der Betrachter instinktiv bereits am Anfang erahnt hat: 
Dies ist sehr wohl ein Wettbewerb.

Lisa Han

 

Darsteller Matthias Conrady, Janina Warnk, Bryce Kasson, Franz-Xaver Franz, Lia Suderman, Olivia Platzer, Felix Zilles-Perels, Sina Seifee, Ale Bachlechner, Jonathan Kastl

 

Regieassistenz, Produktion Olivia Platzer

 

Kamera Laurentia Genske

 

Schnitt Jonathan Kastl

 

Ausstattung, Kostüme Stefan Ramírez Pérez

 

Musik Bryce Kasson, Jonathan Kastl

 

Gesang und Lyrics Janina Warnk

Ale Bachlechner [ Videonale.16 ]