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Shimon Attie

*1957 in Los Angeles USA, lebt und arbeitet in New York USA
Studium an der University of California, Berkeley USA, der San Francisco State University USA und an der Antioch University USA

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2016 National Museum of Wales, Cardiff GBR [S]
2014 Facts on the Ground, series of site-specific media installations at approximately 30 various locations in Israel.
        Commissioned by Artport Tel Aviv ISR
2013 Wexner Center for the Arts, Columbus, Ohio USA [S]
2012 Jack Shainman Gallery, New York USA [S]
        Urban Video Project, Syracuse, New York USA Block Museum of Art, Northwestern University, Illinois USA [S]
2011 MetroPAL.IS., The Aldrich Contemporary Art Museum, Ridgefield USA
2008 Sightings: The Ecology of an Art Museum, De Young Museum/Fine Arts Museum of San Francisco, San Francisco
        USA
2008 The Attraction of Onlookers, National Museum of Wales, Cardiff GBR New Video Installations. -,Jack Shainman
        Gallery, New York USA

 

shimonattie.net

 

Shimon Attie [Videonale.13] x

Racing Clocks Run Slow, 2008, 18 (7:26 - 10:32) min., Stereo, Farbe [Videonale.13]

Eine Reihe statischer Figuren ist vor den Augen des Betrachters aufgestellt. Sie tragen verschiedene Kleidungsstücke aus der Welt des Motorsports. In der Art eines Tableau vivant nehmen sie die charakteristische Pose ihrer Tätigkeit an der Rennstrecke ein: Der Rennfahrer hält jubilierend seine große Siegerflasche Champagner in die Höhe, der Startposten hebt seine schwarz-weiß karierte Flagge und das Boxenteam trägt seine Werkzeuge in den Händen. Shimon Attie filmte siebzig einzelne Personen, die einst mit der legendären, 1994 geschlossenen US-amerikanischen Autorennstrecke Bridgehampton zu tun hatten. Es sind also keine Schauspieler, sondern direkt Beteiligte und Beobachter, die ihre authentische Rennsportkleidung und Ausrüstung vorführen. Attie benutzt außerdem Ausschnitte von originalen Audio-Aufnahmen, die in den 1970er Jahren auf der Strecke gemacht wurden. Aber trotz Authentizität der Ausstattung und Plausibilität der Gesten bewegt sich der Film weit weg von dem üblichen Dokumentarstil. Die völlige Unbeweglichkeit der Figuren, eingefroren in der Pose ihrer jeweiligen Rolle, verwandelt sie in ein Set aus Mini-Spielzeugen, gleich den Bewohnern der Lego-Welt. Ähnlich der kindlichen Vorstellungskraft, die soziale Lebenswelten erfindet, setzen die Erwachsenen die Konstruktion sozialer Identitäten fort. Es ist vor allem die Größe, weniger die Art und Weise, die diese Erwachsenenspielzeuge von denen der Kinder unterscheidet.

Olena Chervonik

 

 

Shimon Attie